Erreichbarkeit & Behelfsmasken

Informationen zur Erreichbarkeit der Seelsorgenden in den Kirchengemeinden finden Sie hier. Weitere seelsorgliche Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Informationen zu Nähanleitungen für Behelfsmasken und zu den Sammelstellen haben wir hier für Sie gesammelt.

Hilfe für Menschen in Quarantäne

Telefon-Hotline der Wohlfahrtsverbände bittet um Unterstützung

Seit Mitte 2020 ist im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie die Telefon-Hotline der Wohlfahrtsverbände in Kooperation mit dem Sozialamt der Stadt Münster geschaltet. Dort werden überwiegend Einkaufshilfen aber auch weitere Erledigungen und Besorgungen vermittelt. Durch die zunehmende Zahl infizierter Personen und an Menschen, die sich in Quarantäne befinden, benötigen die Initiatoren weiterhin Unterstützung, informiert die Caritas in einer Pressemitteilung.

Interessierte, die sich ehrenamtlich in diesen Zeiten engagieren möchten und sich vorstellen können, Einkäufe und andere kleinere Besorgungen für Menschen in Quarantäne zu erledigen, können sich an Laura Karisch, Telefon 0151-40746083 oder per Mail laura.karisch@caritas-ms.de wenden. Voraussetzung für das Engagement ist, dass die Helfer nicht zur Covid-19-Risiko-Gruppe gehören und natürlich Symptomfreiheit.

Falls in der Nachbarschaft, im Verein, Kirchengemeinde oder einer ähnlichen Gruppe bereits Unterstützung angeboten wird, bittet die Caritas sich bei Theresa Neunes, Telefon 0160-90640819 oder per Mail theresa.neunes@caritas-ms.de zu melden.

In den vergangenen Monaten konnten zahlreiche Einkäufe durch ehrenamtliches Engagement für Menschen in Quarantäne, Risikopatienten aber auch positiv auf das Corona-Virus getestete Personen erledigt werden. „Gemeinsam sind wir stark. Herzlichen Dank an alle, die sich für Ihre Mitbürger engagiert und diese herausfordernde Zeit solidarisch gestaltet haben“, sagt Caritas-Mitarbeiterin Theresa Neunes.

„Ferienfreizeit im Eimer!?“ – Spaß, Spannung und Gemeinschaft trotz Corona

Was gehört zu einer Ferienfreizeit dazu? Singen am Lagerfeuer, gemeinsam Gottesdienst feiern und die obligatorische Gute-Nacht-Geschichte gehören sicherlich dazu. Und wenn auch durch die Corona-Pandemie Vieles in diesem Jahr anders ist, weil Ferienfreizeiten abgesagt sind, so bietet das Alternativprogramm „Ferienfreizeit im Eimer!?“ der Regionalbüros des Bistums Münster genau diese drei Programmpunkte auch virtuell an. Zudem gibt es nach vorheriger Anmeldung eine Leiterlounge.

Zu sehen sind alle digitalen und kostenlosen Angebote jeweils auf dem YouTube-Kanal, die Gottesdienste und das Singen am Lagerfeuer zusätzlich auch auf dem Facebook-Account  und der Website des Bistums.
Die Gottesdienste finden jeden Donnerstag in den NRW-Sommerferien als Live-Stream ab 19 Uhr statt. Los geht es am 2. Juli mit Hanno Rother aus Recklinghausen, gefolgt von Vanessa Drzymalla aus Bocholt (9. Juli), Karsten Weidisch aus Münster (16. Juli), Ralf Meyer aus Schillig oder von der Jugendburg Gemen (23. Juli), Christoph Hendrix aus Damme (30. Juli) und Barbara Kockmann aus Dülmen (6. August).
Jeweils dienstags lädt Daniel Frinken aus der Jugendabteilung des Bischöflichen Generalvikariats ab 19 Uhr mit seiner Band „Zucker mit Hut“ ein, gemeinsam am Lagerfeuer zu singen. 
Der Gute-Nacht-Geschichte – das Gespenst von Canterville von Oscar Wilde –  gelesen von Christoph Tiemann vom Theater ex libris aus Münster, können alle, die Lust darauf haben in sieben Kapiteln à 15 Minuten lauschen. 
In der Leiterlounge, die immer mittwochs stattfindet, haben alle die, die die Ferienfreizeit alternativ in diesem Jahr auf die Beine stellen, die Möglichkeit, sich auszutauschen und von den spannenden Erfahrungen aus dem ganzen Bistum zu hören und zu lernen. Für die Lounge ist eine Anmeldung erforderlich unter jugend@bistum-muenster.de.

Alle Infos rund um das Programm „Ferienfreizeit im Eimer!?“ gibt es im unter Ferienfreizeit im Eimer!? –  Alternatives Ferienprogramm für Zuhause​.

Pfarrei St. Lamberti in Münster stellt „Corona-Box” auf den Kirchplatz

Haben die Corona-Box konzipiert und gestaltet: (von links) Stephan Orth (pastoraler Mitarbeiter), Ursel Schwanekamp (Pastoralreferentin), Amelie Hirsch, Marie Schubert und Andrea Bailoni.

Von außen ähnelt sie einer Telefonzelle, von innen einem Badezimmer. Mitten auf dem Kirchplatz vor der St.-Lamberti-Kirche haben Passanten und Touristen in den kommenden Wochen die Möglichkeit, über ihren eigenen Umgang mit der Corona-Krise nachzudenken. „Inmitten des Trubels der Stadt möchten wir die Menschen im Sommer dazu einladen, kurz innezuhalten, einen Blick zurück und nach vorne zu werfen“, kündigt Andrea Bailoni an. Der pastorale Mitarbeiter der Pfarrei St. Lamberti und ein Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen haben in den vergangenen Wochen eine begehbare „Corona-Box“, so der Arbeitstitel, entworfen. „Die Idee hatte Pfarrer Hans-Bernd Köppen, geplant und umgesetzt haben wir sie dann mit dem Pastoralteam und einigen Ehrenamtlichen.“

Die ein Quadratmeter große und rund zwei Meter hohe Box hat Bailoni zusammen mit der Studentin Amelie Hirsch entworfen. Sie studiert Bildhauerei im öffentlichen Raum an der Kunstakademie Münster, Klasse Löbbert, und hat tagelang an der Holzkonstruktion gebaut. „Es ist ein Konstrukt aus Holz und Plexiglas, damit die Box auch hell und einladend wirkt“, erklärt Amelie Hirsch. Ergänzt wird das Ganze durch eine Montage, die die Künstlerin und Studentin Marie Schubert für die Außenseite gestaltet hat.

Wer die Box betritt, steht vor einem Waschbecken – eine Attrappe. „Damit soll schon der erste Bezug zur Corona-Krise im Sinne von Hygiene hergestellt werden“, erklärt Bailoni. Herzstück aber sei der „Spiegel-Ersatz“ über dem Waschbecken in Form eines Monitors. Über den wird der Nutzer mit drei Fragen konfrontiert: „Was ist dir in der Corona-Zeit besonders schwer gefallen?“, „Wie erlebst Du diese Zeit aktuell?“ und „Welche Erfahrung aus dieser Zeit bleibt für dich besonders wertvoll?“ Über eine Videokamera sieht sich der Nutzer selbst auf dem Bildschirm – oder im übertragenen Sinne im Spiegel. In jeweils 60 Sekunden bekommt er die Möglichkeit, auf die Fragen zu antworten. Möchte er eine überspringen, kann er direkt zur nächsten Frage weiterklicken.

Hat derjenige zu Beginn eine Datenschutzerklärung unterschrieben, gibt er der Pfarrei die Möglichkeit, die Videos auf ihren Social-Media-Kanälen zu veröffentlichen und auf diesem Wege andere Menschen zu ermutigen, sich mit der Corona-Zeit auseinandersetzen. Zudem kann er sich seine Videos an die eigene Mailadresse schicken lassen. „Wer das nicht möchte, kann sicher sein, dass die Videos unmittelbar danach gelöscht werden“, versichert Bailoni.

Bewusst hat er die drei Fragen so formuliert, dass sie einen Blick in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Zukunft werfen. „Die zurückliegende Zeit war für uns alle eine Ausnahmesituation, egal, in welcher Form und wie stark jeder Einzelne davon betroffen war“, erklärt der pastorale Mitarbeiter. „Wir als katholische Kirche möchten einen Raum eröffnen, diese Zeit bewusst zu reflektieren.“ Gleichzeitig sei die Aktion ein Ausdruck von Nähe: „So lange konnten wir den Menschen physisch nicht nahe sein, weil öffentliche Gottesdienste nicht stattfinden durften. Jetzt gehen wir raus auf die Straße, in die Stadt, öffnen mit der Box eine Tür, die Vieles ermöglicht.“ Die „Corona-Box“ steht in Verbindung mit der Sommerlounge, bei der die Pfarrei St. Lamberti bei gutem Wetter Sitzmöglichkeiten auf dem Kirchplatz zur Verfügung stellt. „An diesen Tagen steht dann auch die Box von 10 bis 19 Uhr auf dem Kirchplatz“, sagt Bailoni. Ein Haupt- oder Ehrenamtlicher wird in dieser Zeit präsent und ansprechbar sein.

Haben die Corona-Box konzipiert und gestaltet: (von links) Stephan Orth (pastoraler Mitarbeiter), Ursel Schwanekamp (Pastoralreferentin), Amelie Hirsch, Marie Schubert und Andrea Bailoni. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Angebot für Wohnungslose

Wohnungslose Menschen am Sonntag besser versorgen: Das ist Ziel eines gemeinsamen Angebotes der Caritas Münster, der Pfarrgemeinde St. Lamberti und des „Treffpunktes an der Clemenskirche“ der Alexianer. Haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben am vergangenen Sonntag zum ersten Mal Kaffee, Wasser und belegte Brötchen ausgegeben. Jeden Sonntag bis Ende Juli steht ein Transporter in der Zeit von 12.00 bis 14.30 Uhr auf dem Lamberti-Kirchplatz. Von dort werden Speisen und Getränke an Bedürftige verteilt.

„Wir haben festgestellt, dass wohnungslose Menschen sich am Sonntag nicht gut versorgen können, weil öffentliche Orte teilweise geschlossen sind“, sagt Mona Röver von der Caritas Münster. Sie hat zusammen mit Diakon Prof. Dr. Thomas Reker (St. Lamberti) und Sozialarbeiter Matthias Eichbauer (Treffpunkt) das neue Angebot aus der Taufe gehoben. „Dies ist beim ersten Mal bereits gut angenommen worden“, berichtet Mona Röver, die sich auch über das starke Engagement der Ehrenamtlichen freut. Wenn die Ausgabe weiterhin so gut angenommen wird, sollen innerhalb dieser Kooperation weitere Angebote für diese Zielgruppe geschaffen werden.

Gaben am Sonntag erstmals Kaffee, Wasser und belegte Brötchen an wohnungslose Menschen aus: Johanna Blaschke, Diana Greiner, Harine Suthan, Sr. Clara Marie, Doris Tuma, Julia Kuzmin und Mona Röver (von links).

Große Prozession 2020: „Ich bin da, wo du bist!“

Am Sonntag, 5. Juli 2020, findet die alljährliche Große Prozession statt. Sie steht unter dem Wallfahrtsmotto: „Ich bin da, wo du bist!“ (nach Ex 3,14)

Leider muss auf die althergebrachte Prozession durch die Straßen unserer Stadt Münster verzichtet werden, aber wir wollen gemeinsam mit Bischof Felix Genn auf dem Domplatz zu einem feierlichen Gottesdienst zusammenkommen. Der Bischof und der Oberbürgermeister werden gemeinsam von der Lamberti-Kirche aus mit dem traditionellen „Pestkreuz“ auf den Domplatz ziehen.

Für über 400 Gottesdienstbesucher ist Platz auf dem Domplatz. Das Pontifikalamt beginnt um 11 Uhr.

Wegen der besonderen Hygieneanforderungen in diesem Jahr wird darum gebeten, die Plätze auf dem Domplatz rechtzeitig einzunehmen.

Ewiges Gebet im St.-Paulus-Dom am Sonntag, 14. Juni

Es hat in der katholischen Kirche eine lange Tradition und dauert – trotz seines Namens – nicht ewig im landläufigen Sinne: Am Sonntag, 14. Juni, sind alle Gläubigen zum Ewigen Gebet im St. Paulus-Dom Münster eingeladen.

Das Kapitelsamt, eine reguläre heilige Messe, findet wie immer um 11.45 Uhr statt. Anschließend wird das heiligste Sakrament ausgesetzt. Die Gegenwart Jesu in der Gestalt des eucharistischen Brotes erinnert an die Hingabe seines Lebens für die Menschen. Um 17 Uhr findet eine Vesper statt. Mit Sakramentsprozession und Segen wird sie das Ewige Gebet abrunden.

Kirchenfoyer öffnet mit Still- und Wickelbereich

Als Treffpunkt und Begegnungsstätte kann das Kirchenfoyer in Münster aufgrund der Corona-Pandemie momentan nicht genutzt werden. „Wir möchten unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen ein Großteil besonders gefährdet ist, schützen“, sagt Rupert König, Leiter der citypastoralen Einrichtung am Lamberti-Kirchplatz. Zu begrenzt sind die Räumlichkeiten, zu eng wäre der Kontakt zu den Besuchern, Passanten und Touristen.

Doch König und seinem Kollegen Thomas Kamm ist es wichtig, auf Bedarfe zu reagieren. „Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder beobachtet, dass Mütter keinen ruhigen Platz finden, um ihr Kind zu stillen, oder Eltern, um ihr Kind zu wickeln“, berichten sie. Vor der Corona-Pandemie wurde von dem eigens eingerichteten Still- und Wickelraum in der unteren Etage des Kirchenfoyers mehrmals täglich Gebrauch gemacht. „Das ist ein Geheimtipp mitten in Münster“, verrät König. Und dieses Angebot soll Müttern und Vätern trotz des auf unbestimmte Zeit geschlossenen Kirchenfoyers ermöglicht werden.

Dafür kooperiert die Einrichtung in den Sommermonaten mit der benachbarten Pfarrei St. Lamberti. Montags bis samstags zwischen 11 und 19 Uhr werden – gutes Wetter vorausgesetzt – Sitzmöglichkeiten auf dem Kirchplatz aufgestellt – mit Blick in Richtung Sonne. Passanten können Platz nehmen, inmitten des Trubels einen Moment verschnaufen und die kleine Auszeit genießen. Ein Haupt- oder Ehrenamtlicher der Pfarrei soll durchgängig an der sogenannten „Sommer-Lounge“ ansprechbar sein – auch für Eltern, die auf der Suche nach einem Platz zum Wickeln oder Stillen sind. „Sie können diese Person ansprechen“, schildert Thomas Kamm, „und wenn die notwendigen Daten in aller Kürze aufgenommen worden sind, wird der Schlüssel zum Kirchenfoyer ausgehändigt.“ Dort wurde der Still- und Wickelbereich auf die helle Empore verlagert, wohin sich die Mutter und/oder der Vater mit dem Kind dann in Ruhe zurückziehen kann.

Darüber hinaus werden König und Kamm in den nächsten Wochen verschiedene Kunstaktionen umsetzen, die durch die Glasfronten des Kirchenfoyers einsehbar sein werden und so ein Stück weit „Verkündigung durch das Schaufenster“ betreiben. Auch sollen die kommenden Wochen der Schließung für einige zweckmäßige Umbauten genutzt werden. „Wir hoffen, dass wir dann bald wieder in gewohnter Form für unsere Besucher da sein können“, sagt König.

Hilfe für gestresste Familien

Familien stehen auch in Münster wegen der Corona-Pandemie seit Wochen vor neuen und großen Herausforderungen. Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen sind geschlossen, eine Rückkehr in den Regelbetrieb ist nicht absehbar. Viele Eltern arbeiten im Home-Office und müssen gleichzeitig  ihre Kinder unterrichten, betreuen und für Freizeitangebote sorgen. Und das täglich, rund um die Uhr.  Da liegen schnell die Nerven bei allen Familienmitgliedern blank. Existenzsorgen, eine kleine Wohnung ohne Garten können den Stresspegel noch weiter erhöhen.

Hier ist schnelle Hilfe gefragt, die ab Donnerstag, 7. Mai, eine Hotline für gestresste Familien bietet. Unter der Telefonnummer 0251/39 58 896 sind Expertinnen und Experten der Erziehungsberatungsstellen in Münster an sieben Tagen von 10 bis 22 Uhr für alle Themen erreichbar. Caritas, das Beratungszentrum der Diakonie und die Beratungsstelle Südviertel haben in Kooperation mit dem Amt für Kinder und Familien der Stadt Münster diesen Zusammenschluss gewählt, um in diesen außergewöhnlichen Zeiten alle Familienmitglieder bestmöglich zu unterstützen.  Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse Familienberatung.ms.

„Corona-Lockdown. Ethisch begündete Exit-Strategien“

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland und weltweit zu Maßnahmen geführt, die zum Teil tief in Grundrechte eingreifen. Die Debatte um die Verhältnismäßigkeit von Lockdown-Maßnahmen in Gesellschaft und Wirtschaft wird immer intensiver geführt. Zu dieser aktuellen Debatte bietet die Akademie Franz Hitze Haus in Münster am Dienstag, 12. Mai, von 18 bis 19.30 Uhr ein Webinar an.

Es diskutieren nach Kurzreferaten der Wirtschaftsethiker Professor Christoph Lütge aus München und die Rechtswissenschaftlerin Professorin Frauke Rostalski aus Köln, seit kurzem Mitglied des Deutschen Ethikrates. 

Das Webinar wird mit der Plattform „Zoom“ durchgeführt und gleichzeitig als Livestream auf dem YouTube-Kanal der Akademie Franz Hitze Haus gesendet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Webinar können im Anschluss an die beiden Vorträge Fragen an die Referenten stellen. Hierzu müssen sie sich kostenlos für das Seminar anmelden und bekommen dann einen Link zur Teilnahme zugeschickt.

Für den Livestream bei YouTube ist keine Anmeldung nötig. Er ist aufrufbar unterwww.franz-hitze-haus.de/tagungsvideos.

„In einer Zeit der Überforderung haben viele Großartiges geleistet“

Ich bin überzeugt: Wir haben die Kraft, aus dieser Krise etwas Gutes, etwas Großes, etwas Neues zu schaffen. Wenden wir diese Krise, um etwas Neues hervorzubringen. Denken wir Zusammenleben und Miteinander neu!“ Mit diesen Worten hat sich der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am 7. Mai an die Gläubigen im Bistum Münster gewandt. In einem Schreiben und einer Video-Botschaft zeigt sich Bischof Genn sehr dankbar für das, was in der Krise alles geleistet wird und ruft die Gläubigen weiter zu Solidarität, Zuversicht und Verbundenheit im Gebet auf.

Der Bischof bringt seine Freude darüber zum Ausdruck, dass wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden können. Er dankt den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die in den vergangenen Wochen trotz der notwendigen Ferne Nähe zu den Menschen gesucht hätten und Trost und Zuversicht aus dem Glauben verkündet hätten. „Vieles, was getan wurde, schien wenige Tage zuvor nicht einmal denkbar. Die Kreativität hat mich sehr gefreut“, betont Bischof Genn. Er unterstreicht die Bedeutung der Eucharistie, wenn er schreibt: „Die Eucharistie ist keine Spiritualität, die man auch anders leben könnte.“ Und er dankt allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarreien, die mit großer Umsicht und mit viel Verantwortungsgefühl dafür Sorge tragen würden, dass Gottesdienste wieder in Gemeinschaft gefeiert werden könnten.

Der Dank des Bischofs richtet sich darüber hinaus an viele weitere Gruppen. Er nennt etwa das Pflegepersonal, Ärzte und Ärztinnen, Verkäuferinnen und Verkäufer, Beamte und die Verantwortlichen in der Politik, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher sowie Unternehmer und Arbeitgeber. „In einer Zeit der menschlichen Über­forderung haben viele Großartiges geleistet“, betont Bischof Genn. Ein ausdrückliches Wort des Dankes richtet der Bischof an Eltern und Familien: „Ich danke den Müttern und Vätern – die Hauptlast liegt oft auf den Frauen und ich denke insbesondere an Alleinerziehende –, dass trotz vielleicht mancher Situationen kurz vor dem Nervenzusammenbruch doch auch in den meisten Familien die Herausforderungen der Krise bewältigt werden: Wie systemrelevant ist das, was Mütter und Väter in den Familien leisten!“

Mit Dankbarkeit und zugleich mit Demut erfülle es ihn, in einem Land wie Deutschland zu leben. Grundversorgung, Gesundheitsversorgung und die Wahrung der Menschenwürde hätten zu keiner Zeit in Gefahr gestanden. Hieraus leitet der Bischof eine Gabe und Verpflichtung ab: „Wir sind als Kirche, als Gesellschaft und als Nation gerufen, mit den anderen zu teilen: in Europa und darüber hinaus.“ Ein Impf­stoff, den die Wissenschaft hoffentlich bald finde, dürfe niemals durch Partikularinteressen verteilt werden. Bischof Genn: „Keine Nation ist hier ‚first‘, auch nicht das eigene Ich, sondern die, die es am dringendsten brauchen. In dieser Situation dürfen wir die nicht vergessen, die keine eigene Lobby haben: große Teile Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind von unserer Solidarität abhängig. Aber nicht nur in der Ferne gilt dieses Wort. Unsere Verantwortung für den Nächsten nimmt uns auch für die Flüchtlinge weltweit und an unseren Grenzen in die Pflicht. Warum können wir nicht einfach großherzig sein? Viele Menschen stehen bereit, sich hier zu engagieren.“

Bischof Genn macht deutlich, dass die Krankheit und die Gefahr nicht vorüber seien. Es sei die Zeit von klaren Erwägungen durch Wissenschaft und Politik. „Wie glücklich können wir uns schätzen, eine funktionierende Demokratie zu haben sowie eine Wissenschaft, die sagen darf, was ist, und nicht das, was die Politik für opportun hält.“ Er zeigt sich überzeugt, dass die aktuellen Herausforderungen geschafft werden könnten. Vieles von dem, was bis vor kurzem eingespielt und unverrückbar erschienen sei, gelte nun nicht mehr, der routinierte ‚Betrieb‘ sei ins Stocken geraten, was nun aber auch einen „Pfadwechsel“ ermögliche. Allerdings erlaube die derzeitige Entwicklung es noch nicht, prophetisch zu reden. „Was mag das alles für uns bedeuten? Was wird das für Konsequenzen für die Sozialgestalt unserer Gesellschaft haben? Was bedeutet das für die Wirtschaft? Was bedeutet das für die Kirche?“, fragt Bischof Genn.

Sicherlich gebiete es aber die Situation, alle in den Blick zu nehmen und niemanden liegen zu lassen. „Als katholische Kirche sehe ich uns in der Verantwortung, insbesondere für die da zu sein, die trotz mancher Hilfen nicht alle aus der Krise kommen. Hier werden wir das tun, was uns in dieser Zeit möglich ist“, betont der Bischof. Zugleich drückt er seine Verbundenheit im Gebet mit denen aus, „die einen geliebten Menschen durch diese Krankheit verloren haben, deren Leben gezeichnet wurde oder deren Lebensgrundlage nicht sicher ist“.

Der Bischof schließt seine Botschaft an die Gläubigen mit einem Wort des Apostels Paulus:  „Freut euch in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!“ Bischof Genn: „Tragen wir weiterhin die vielen Anliegen unserer Familien, der Kirche und Gesellschaft, der Nachbarn und Freunde vor Gott. Ich tue das mit Ihnen gemeinsam. Dazu wünsche ich Ihnen viel Kraft, Zuversicht und über allem Gottes Segen!“