Kirchenfoyer öffnet mit Still- und Wickelbereich

Als Treffpunkt und Begegnungsstätte kann das Kirchenfoyer in Münster aufgrund der Corona-Pandemie momentan nicht genutzt werden. „Wir möchten unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen ein Großteil besonders gefährdet ist, schützen“, sagt Rupert König, Leiter der citypastoralen Einrichtung am Lamberti-Kirchplatz. Zu begrenzt sind die Räumlichkeiten, zu eng wäre der Kontakt zu den Besuchern, Passanten und Touristen.

Doch König und seinem Kollegen Thomas Kamm ist es wichtig, auf Bedarfe zu reagieren. „Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder beobachtet, dass Mütter keinen ruhigen Platz finden, um ihr Kind zu stillen, oder Eltern, um ihr Kind zu wickeln“, berichten sie. Vor der Corona-Pandemie wurde von dem eigens eingerichteten Still- und Wickelraum in der unteren Etage des Kirchenfoyers mehrmals täglich Gebrauch gemacht. „Das ist ein Geheimtipp mitten in Münster“, verrät König. Und dieses Angebot soll Müttern und Vätern trotz des auf unbestimmte Zeit geschlossenen Kirchenfoyers ermöglicht werden.

Dafür kooperiert die Einrichtung in den Sommermonaten mit der benachbarten Pfarrei St. Lamberti. Montags bis samstags zwischen 11 und 19 Uhr werden – gutes Wetter vorausgesetzt – Sitzmöglichkeiten auf dem Kirchplatz aufgestellt – mit Blick in Richtung Sonne. Passanten können Platz nehmen, inmitten des Trubels einen Moment verschnaufen und die kleine Auszeit genießen. Ein Haupt- oder Ehrenamtlicher der Pfarrei soll durchgängig an der sogenannten „Sommer-Lounge“ ansprechbar sein – auch für Eltern, die auf der Suche nach einem Platz zum Wickeln oder Stillen sind. „Sie können diese Person ansprechen“, schildert Thomas Kamm, „und wenn die notwendigen Daten in aller Kürze aufgenommen worden sind, wird der Schlüssel zum Kirchenfoyer ausgehändigt.“ Dort wurde der Still- und Wickelbereich auf die helle Empore verlagert, wohin sich die Mutter und/oder der Vater mit dem Kind dann in Ruhe zurückziehen kann.

Darüber hinaus werden König und Kamm in den nächsten Wochen verschiedene Kunstaktionen umsetzen, die durch die Glasfronten des Kirchenfoyers einsehbar sein werden und so ein Stück weit „Verkündigung durch das Schaufenster“ betreiben. Auch sollen die kommenden Wochen der Schließung für einige zweckmäßige Umbauten genutzt werden. „Wir hoffen, dass wir dann bald wieder in gewohnter Form für unsere Besucher da sein können“, sagt König.