Kirchen rufen zum Nähen von Masken auf

Münster hält zusammen, Münster näht zusammen: Die katholische Kirche im Stadtdekanat Münster ruft dazu auf, einfache Mund-Nasen-Masken zu nähen und für die Mitmenschen in der Stadt zu spenden. Mit Blick auf die ab Montag, 27. April, geltende Maskenpflicht in Münster und in ganz Deutschland ermutigt Stadtdechant Jörg Hagemann zum Einsatz für Andere: „Mit der Aktion wird christliche Nächstenliebe gelebt“, betont er. In nahezu allen Kirchen im Stadtgebiet sind Sammelstellen eingerichtet worden, an denen die Masken abgegeben werden können.

Die katholische sowie die evangelische Kirche in Münster arbeiten mit der Stadt Münster zusammen, die ebenfalls an verschiedenen Orten Sammelstellen eingerichtet hat. Die Stadt sorgt dafür, dass die abgegebenen Masken an die Apothekerkammer geliefert werden, die die Verteilung koordiniert. Wo Masken dann kostenlos abgeholt werden können, kann unter der Hotline der Stadt Münster zum Thema Corona erfragt werden: Telefon 0251 4921077 (montags bis freitags 8 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 16 Uhr) oder E-Mail an corona@stadt-muenster.de

Die katholische Kirche im Stadtdekanat Münster ruft dazu auf, einfache Mund-Nasen-Masken zu nähen und für die Mitmenschen in der Stadt zu spenden. (Foto: privat)

„Der erste Schritt ist aber, dass die Masken genäht werden müssen, bevor sie verteilt werden können“, betont Jörg Hagemann. Der Stadtdechant ist überzeugt, dass es den Menschen in der Stadt wichtig ist, etwas für ihre Mitmenschen zu tun. „Viele haben aktuell mehr Zeit zur Verfügung und suchen nach einer sinnvollen Beschäftigung“, weiß er aus Gesprächen. Mit der Nähaktion können sich die Münsteraner solidarisch mit denen zeigen, die nicht über Näh-Fertigkeiten oder das passende Equipment verfügen. „Das Ziel ist klar: Möglichst viele Menschen sollen vor einer möglicherweise lebensgefährlichen Infektion geschützt werden.“

Die Stoff-Masken, die ab Montag, 27. April, alle Bürgerinnen und Bürger beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn tragen müssen, schützen den Träger zwar nicht, können aber Tröpfchen beim Sprechen und Husten einfangen und so die Verteilung der Coronaviren bremsen. Die Masken sollten täglich bei 60 Grad gewaschen werden. Sie dürfen möglichst nur an den Bändern berührt, entsprechend angelegt und abgenommen werden. Die Hygieneregeln sind weiterhin zu beachten wie beispielsweise regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten, nicht ins Gesicht fassen.

Eine Liste der Sammelstellen und Informationen zu Nähanleitungen finden Sie hier.

Gottesdienste ab dem 1. Mai wieder möglich

Generalvikar Winterkamp bittet um Einhaltung der Rahmenbedingungen

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat am 23. April mitgeteilt, dass ab dem 1. Mai die Feier von Gottesdiensten mit Beteiligung von Gläubigen wieder möglich ist. Hierzu wurden eine Reihe von Rahmenbedingungen festgesetzt. In einem Schreiben an die Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie die weiteren Mitarbeitenden im Bistum Münster hat Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am Abend des 23. April dringend darum gebeten, die Rahmenbedingungen einzuhalten, „damit uns die Möglichkeit zur Feier von Gottesdiensten mit der Gemeinde nicht wieder verloren geht“. „Gerade in der Freude über die veränderte Situation“ sei die Beachtung der Rahmenbedingungen unbedingt erforderlich.

Zu diesen Rahmenbedingungen gehört es unter anderem, dass der Zugang zu den Gottesdiensten begrenzt wird. Die Zahl der zugelassenen Gottesdienstteilnehmer richtet sich nach der Größe des Raumes. „Dabei gilt“, so heißt es in den Rahmenbedingungen, „dass nach allen Seiten hin der von den Behörden empfohlene Mindestabstand (1,50 m) einzuhalten ist“. Familien sollen nicht getrennt werden. Sicherzustellen sei auch, dass beim Betreten und Verlassen der Kirche die Abstandsregeln eingehalten werden. Nach Möglichkeit sollten Zu- und Ausgang durch zwei Zuwege zur Kirche getrennt werden. Es sollten vermehrt Freiluft-Gottesdienste gefeiert werden. Firmfeiern könnten ebenso wie Requien oder Trauergottesdienste in den Kirchen unter Beachtung der Regeln gefeiert werden. „Für Trauerfeiern am Grab bleiben die Anordnungen der örtlichen Behörden maßgeblich, dies gilt auch für die Zahl der Teilnehmenden“, heißt es in den Rahmenbedingungen. Die Übertragung von Gottesdiensten im Internet werde weiter angeboten, damit Personen, die Risikogruppen angehören, leichter zu Hause bleiben könnten. 

Im Blick auf die Austeilung der Kommunion heißt es in den Rahmenbedingungen, dass alle daran beteiligten sich die Hände desinfizieren müssten, bevor sie die Hostien berührten. Den Gläubigen solle „die Kommunion in angemessenem Abstand gereicht“ werden. Die Mundkommunion müsse bis auf weiteres unterbleiben. Die Kommunionordnung müsse so angepasst werden, dass die Gläubigen die Kommunion „im gebotenen Mindestabstand“ empfangen könnten.

„Taufen, Erstkommunionfeiern oder Hochzeiten verlangen wegen ihres besonderen, teils mit engerem physischem Kontakt verbundenen liturgischen Charakters eine besonders sorgfältige Einhaltung der genannten Regeln. Bisweilen empfiehlt sich eine Verschiebung“, wird in den Rahmenbedingungen betont. Beichtgespräche im Beichtstuhl seien nicht möglich: „Die Spendung des Bußsakramentes hat unter Beachtung des Mindestabstandes (1,50 m) sowie der Hygienevorschriften zu erfolgen.“ Für die Seelsorge an Kranken und Heimbewohnern seien weiterhin die jeweiligen örtlichen Bestimmungen einzuhalten. Wo immer es möglich sei, sei „die Seelsorge an kranken, einsamen oder sterbenden Menschen ein vorrangiger Dienst. Dies gilt auch für die Spendung der Krankenkommunion“, wird festgehalten.

Das tägliche Läuten um 19.30 Uhr unterbleibe ab dem 1. Mai schreibt Generalvikar Winterkamp. Zur Frage, wie die Gottesdienste am Fronleichnamsfest (11. Juni) gefeiert werden könnten, werde es noch weitere Informationen geben. Im Blick auf die Feier von Firmungen sollten die Pfarreien Kontakt mit dem jeweiligen Weihbischof oder den anderen Firmspendern aufnehmen. Mund- und Nasenschutz seien für die Gottesdienste nicht verpflichtend. Gottesdienstbesucher mit Mund- und Nasenschutz sollten aber nicht abgewiesen werden. Alle Pfarreien könnten Hand- und Flächendesinfektionsmittel im Bischöflichen Generalvikariat in Münster oder im Kreisdekanatsbüro Borken abholen.

Da das Versammlungs- und Kontaktverbot weiter bis zum 3. Mai gelte, könne zu allen anderen kirchlichen Veranstaltungen, Gremiensitzungen, Gruppentreffen, Verbandsveranstaltungen noch nichts gesagt werden, betont der Generalvikar. Diesbezüglich blieben die Absprachen zwischen der Bundesregierung und den Länderchefs am 30. April abzuwarten. Fachabteilungen im Generalvikariat kümmerten sich derzeit unter anderem um die Themen Ferienfreizeiten, Wochenendveranstaltungen und Fahrten sowie um alle Fragen zum Kita-Bereich, zu den Bischöflichen Schulen und den Bildungshäusern und -foren.

„ Wir müssen jetzt mit den Augen lächeln“

Krankenhaus-Seelsorge im St.-Franziskus-Hospital ist nicht nur für Corona-Patienten da

Ein offenes Ohr, jemand, der zuhört, der da ist: In Corona-Zeiten ist das zu einem hohen Gut geworden. Besonderen Gesprächsbedarf haben Menschen, die im Krankenhaus liegen und aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus keinen Besuch empfangen dürfen. „Die Patientinnen und Patienten sind für unsere Begleitung sensibilisiert und wissen den Kontakt zu uns zu schätzen“, stellt Schwester Verona Eichmanns aus dem Team der Krankenhausseelsorge am St.-Franziskus-Hospital in Münster immer wieder fest. Doch die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung machen es auch ihr und den anderen Teammitgliedern im Haus nicht immer leicht: „Wo Patienten Nähe bräuchten, da muss im Moment auch die Seelsorge notwendigerweise für Selbstschutz und Fremdschutz auf Distanz gehen“, erklärt Kollege Dr. Theo van Gelder.

Schwester Verona, Theo van Gelder sowie Krankenhauspfarrer Prof. Dr. Ulrich Lüke besuchen die Patienten weiter – seit der Corona-Krise allerdings nur auf Nachfrage. „Aber wenn wir gefragt werden, sind wir da“, betont Schwester Verona. Die Franziskanerin betreut eine der Isolierstationen für Corona-Patienten. Zu Hochzeiten wurden bis zu 25 an Covid-19 erkrankte Patienten im St.-Franziskus-Hospital behandelt. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr verzichtet Schwester Verona dort auf Besuche und hält stattdessen telefonisch Kontakt. „Viele Corona-Patienten leiden an Atemproblemen und können nicht lange sprechen“, berichtet sie. Die meisten nähmen Kontakt auf, wenn es ihnen besser geht. „Die lange Isolierung und die körperlichen Strapazen erleben viele als zermürbend, gleichzeitig sind sie dankbar, eine so schwere Krankheit überlebt zu haben“, weiß sie aus vielen Telefonaten.

Schwester Patricia, Prof. Dr. Ulrich Lüke, Elisabeth Frenke, Dr. Theo van Gelder und Schwester Verona (von links) hoffen, dass sie als Team der Krankenhausseelsorge im St.-Franziskus-Hospital in Münster auch bald wieder – wie auf diesem Archivfoto – physisch zusammenkommen können. (Foto: Archiv St.-Franziskus-Hospital)

Was Seelsorge im Kern ausmacht, das bekommt Theo van Gelder in dieser Zeit immer wieder von den Patienten zurückgespiegelt. „Es ist das schlichte Dasein. Mit dem Herzen hören und antworten“, sagt er. „Wir müssen jetzt mit den Augen lächeln“, fügt Schwester Verona auf den Mund-Nasen-Schutz bezogen hinzu. Van Gelder ist es wichtig, auch das medizinische Personal im Blick zu haben. „Die Ärzte und Pflegenden befinden sich in einem Ausnahmezustand und es tut ihnen gut, zu wissen, dass wir da sind und sie sich melden können.“ Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden – angefangen von der Direktion bis hin zu den Pflegestationen – sei enger geworden, sind sich die Seelsorger einig. „Das Gemeinschaftsgefühl als Hospital für die Kranken da zu sein, hat sich verstärkt. Wir ziehen an allen Positionen an einem Strang“, betont Schwester Verona.

Während Schwester Patricia aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe zählt und ihre Kollegen in der Krankenhausseelsorge derzeit besonders durch ihr Gebet unterstützt, nutzt Elisabeth Frenke vor allem das Telefon, um mit den Patienten in Kontakt zu bleiben. Die Pastoralreferentin ist selbst vorerkrankt, muss ihre Sozialkontakte reduzieren und arbeitet überwiegend von zu Hause aus. „Ich bin zusätzlich in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung tätig und habe es gelernt, telefonisch und online zu beraten“, berichtet sie. Elisabeth Frenke betreut unter anderem die Patientinnen der gynäkologischen Station, telefoniert derzeit regelmäßig mit den Eltern von zu früh geborenen Mehrlingen und hat in den vergangenen Wochen schon vier Mütter und ihre Männer begleitet, bei denen eine Schwangerschaft unglücklich endete. Für die Trauerfeier zwei der Kinder und zur Nottaufe eines Frühchens ist sie – unter Wahrung der Schutzmaßnahmen – dann doch ins St.-Franziskus-Hospital gekommen. „Manche Situationen erfordern die physische Präsenz, das sichtbare Dasein“, sagt sie.

Doch auch von ihrem Schreibtisch aus nutzt Elisabeth Frenke die Zeit für die Seelsorge – teilweise in Papierform. Sie bereitet Unterlagen für die Ärztinnen und Ärzte auf zu neuen Richtlinien, die die Unterbringung von verstorbenen Säuglingen und den Umgang mit sogenannten Sternenkindern betreffen, also Kinder, die noch im Mutterleib oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Und auch die Ehrenamtlichen, die die Krankenhausseelsorger sonst unterstützen und die aufgrund des Infektionsrisikos seit Wochen nicht mehr auf den Stationen unterwegs sein dürfen, hat Elisabeth Frenke wieder ins Boot geholt: In Kooperation mit der Ethikbeauftragten Dr. Marita Witteler hat sie den telefonischen Besuchsdienst „Offenes Ohr – Franziskus hört zu“ gegründet. Patienten und Angehörige können sich unter der Nummer 0251 9353599 melden und mit einem Ehrenamtlichen sprechen.

Doch Seelsorge umfasst nicht nur Beratung, sondern auch Gottesdienste und Gebete. Jeden Abend wird in der Kapelle des St.-Franziskus-Hospitals zurzeit ein Gottesdienst gefeiert, der auf alle Zimmer übertragen wird. Auf Wunsch bringen die Seelsorger die Kommunion zu den Patienten. „Ich habe das Gefühl, dass sich dieser Wunsch verstärkt hat“, sagt Schwester Verona. Auch das Angebot, in der geöffneten Kapelle einzeln für sich zu beten, unterstützt von Impulsen, die hinten ausliegen, werde rege wahrgenommen. „Der Bedarf an Seelsorge ist da, nur die Möglichkeiten sind etwas eingeschränkter“, sagt die Krankenhausseelsorgerin. „Da gilt es, kreativ zu werden.“

Sammelstellen für selbstgenähte Behelfsmasken

Informieren Sie sich hier über die zur Zeit 35 Abgabemöglichkeiten im Stadtdekanat und evangelischen Kirchenkreis für selbstgenähte Behelfsmasken: Liste Stadtdekanat / Liste Ev. Kirchenkreis.

Auf der Internetseite maps.maskefuerdich.de finden Sie eine Karte mit allen Sammelstellen, zudem finden Sie dort auch weitere Informationen und Nähanleitungen.

Grafik der Stadt Münster, um über die Maskenpflicht zu informieren.

Auch die Stadt Münster hat Nähanleitungen (auch in verschiedenen Sprachen) und weitere Informationen zu Behelfsmasken zusammengestellt, diese finden Sie hier. Wir empfehlen insbesondere das Nähen von Masken mit Sichtfenster, um Menschen mit einer Höreinschränkung eine Teilhabe zu ermöglichen.

Die in unseren Sammelstellen abgegeben Masken werden über die Stadt Münster an verschieden Apotheken weitergeleitet und dort kostenfrei weitergegeben. Wo genau Sie Masken erhalten können, erfahren Sie an der Corona-Hotline der Stadt Münster, Tel. 0251 492-1077 oder per E-Mail corona@stadt-muenster.de.

Haus der Familie entwickelt Online-Angebote

Seit fünf Wochen steht der Kursbetrieb im Haus der Familie in Münster still. Wo sonst Eltern-Kind-Kurse stattfinden und Frauen und Männer Englisch, Nähen oder Yoga lernen, darf derzeit niemand in die Einrichtung am Krummer Timpen. „Wir wissen, dass unseren Teilnehmenden und Kursleitenden die Zeit im Haus der Familie fehlt, und uns fehlen sie auch alle“, betont Edith Thier. Die Leiterin und Geschäftsführerin der Bistumseinrichtung hat sich gemeinsam mit ihrem Team Gedanken gemacht und neue Angebote entwickelt, wie das Haus der Familie nach Hause kommen kann.

Am besten eignet sich dafür der Sport. „Wer Lust auf Bewegung hat und einen Ausgleich sucht, kann online an unseren Sportangeboten teilnehmen“, kündigt Edith Thier an. So findet ein „Zumba 50+“-Kursus mittwochs von 20 bis 21 Uhr auf dem Youtube-Kanal des Hauses statt, ein „Bodyweight-Workout“ dienstagsabends über die Plattform „Zoom“. Auch „Zumba für Eltern mit Kindern“ hat das Haus der Familie ins Programm aufgenommen. Dabei werden mittwochs von 9.30 bis 10.15 Uhr ebenfalls über „Zoom“ einfache Zumba-Choreographien gezeigt, mit denen Eltern und Kinder gemeinsam Spaß an der Bewegung haben können. „Fit für den Frühling“ mit Übungen für Bauch, Beine, Po und Rücken lautet der Titel eines weiteren Angebots, das donnerstags von 20.15 bis 21 Uhr über Zoom läuft. Neben Online-Angeboten im Fitnessbereich laufen bereits Kurse der Elternschule wie beispielsweise Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungsgymnastik.

Auch außerhalb der Online-Kurse halten die pädagogischen Fachkräfte den Kontakt zu ihren Kursteilnehmenden. „Besonders wichtig ist das für Familien, die es aufgrund ihrer finanziellen, familiären oder sozialen Situation schwer haben“, erklärt Edith Thier. So werden die Mütter aus dem kostenfreien Angebot „Sure Start – Die Babyspielstunde“ in den Stadtteilen Berg Fidel, Angelmodde, Kinderhaus und Gievenbeck regelmäßig angerufen. Sie können sich Ideen, Beratung und Ermutigung für die Alltagsgestaltung mit ihren Kindern holen. 

Auch im Projekt „Mein Bildungspilot – Wir zwei entdecken die Welt“ vermissen die Kinder ihre Bildungspiloten schmerzlich. Wo Jonas, Nike, Sam oder Laila sonst mit ihren jeweiligen Piloten gemeinsame Ausflüge gemacht, einen geeigneten Sportverein gesucht, die Stadtbücherei entdeckt oder in der Küche gebacken haben, werden jetzt online kreative Ideen entwickelt. Bei Live-Anrufen mit Videofunktion wird „Stadt-Land-Fluss“ oder „TicTacToe“ gespielt, gemalt oder einfach gequatscht. „Deutlich wird überall, dass es gut ist, die zur Verfügung stehenden Medien zu nutzen, die direkte zwischenmenschliche Begegnung aber fehlt natürlich“, sagt Edith Thier.

Das Team des Hauses der Familie in Münster arbeitet mit Hochdruck daran, sein Online-Angebot auszubauen. Gleichzeitig werden Überlegungen angestellt, wann und in welcher Form der Kursbetrieb wird aufgenommen werden kann. „Im Vordergrund steht dabei aber der Schutz der Gesundheit aller, das ist selbstverständlich“, betont Edith Thier.

Im Internet auf www.haus-der-familie-muenster.de, auf seinem Instagram- und Facebook-Kanal informiert das Haus der Familie über aktuelle Entwicklungen. Montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sind die Verantwortlichen per Telefon unter 0251 418660 oder per Mail an fbs-muenster@bistum-muenster.de erreichbar. Hierüber werden auch Anmeldungen für die Online-Kurse entgegen genommen.

Erstmals Online-Vorsingen an Domsingschule

Kinder laufen singend und pfeifend über die Flure, es wird über die nächste Ferienfreizeit, den nächsten Gottesdienst im Dom oder das anstehende Konzert gesprochen. Aus allen Räumen hört man Musik: Stimmen von großen und kleinen Sängerinnen und Sängern, Klavierspiel, klangvoll abgestimmter Chorgesang. Damit es genauso künftig wieder in den Räumen der Domsingschule an der Boeselagerstraße in Münster zugeht, lädt die Dommusik von Montag, 27. Aprilbis Donnerstag, 30 April, erstmals zu einem Online-Vorsingen ein. Kinder ab dem ersten Schuljahr können sich so in Zeiten der Corona-Krise statt persönlich per Video-Chat vorstellen und vorsingen.

Man benötigt nur einen Internetanschluss und meldet sich per Telefon oder E-Mail an. Daraufhin erhält man einen individuellen Termin und einen Zugangscode. In dem Video-Chat, der in lockerer Atmosphäre stattfindet, singen die Kinder ein Volks- oder Kinderlied vor, zum Beispiel „Alle Vögel sind schon da“. Vokalpädagogin Jutta Potthoff und Domkapellmeister Alexander Lauer freuen sich, auf diesem Weg singbegeisterte Kinder kennenzulernen.

In der Domsingschule werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene stimmlich und musikalisch ausgebildet und auf das Singen in Gottesdiensten und Konzerten vorbereitet. Die Mädchen und Jungen kommen zweimal wöchentlich zu den Proben und erhalten regelmäßig Stimmbildung von qualifizierten Gesangspädagoginnen. Dadurch können die Kinder gemäß ihrer Begabung gefördert und ihr sängerisches Potenzial entwickelt werden. Theaterpädagogische Projekte unterstützen außerdem die Persönlichkeitsentwicklung. Darüber hinaus möchte das Team der Dommusik den jungen Sängerinnen und Sängern einen Zugang zu kulturellen und religiösen Werten vermitteln.

Zurzeit singen 130 Jungen und 200 Mädchen verschiedener Altersgruppen in den Chören der Dommusik, außerdem 70 Erwachsene. Die Chorgruppen bilden einen wichtigen Baustein in der Münsteraner Musikkultur.

Das Sekretariat der Dommusik erteilt interessierten Eltern und Kindern gerne weitere Informationen unter Tel. 0251 / 495 6720 oder per E-Mail an dommusik@bistum-muenster.de .

Online-Gottesdienste aus Münster

Die katholischen Kirchengemeinden in Münster laden mit einem Online-Angebot zur Mitfeier der Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen ein. Eine Besonderheit haben sie sich dabei für die Osternacht überlegt, die zugleich eine Premiere darstellt.

„Feiern Sie mit uns zusammen die Kar- und Ostertage!“ Da aufgrund der Versammlungsverbote öffentliche Gottesdienste untersagt sind, haben sich die münsterischen Kirchengemeinden darüber verständigt, welche Gottesdienste sie ins Internet übertragen.

Den Anfang macht am Gründonnerstag, 9. April, 18.30 Uhr die Übertragung der Feier des letzten Abendmahls mit Bischof Dr. Felix Genn aus dem St.-Paulus-Dom.

Am Karfreitag, 10. April werden die Karfreitagsliturgie um 15 Uhr aus der Heilig-Kreuz-Kirche und um 20 Uhr der Gottesdienst der #FEIERNWIR-Gemeinde gesendet.

Eine Premiere gibt es dann am Samstag, 11. April. Erstmals beteiligen sich alle Pfarreien an der Feier der Osternacht. Übertragen wird der gemeinsame Gottesdienst, bei dem viele Kirchen mit einem Element einbezogen sind, um 20 Uhr aus der St.-Martini-Kirche.

Wer die Gottesdienste mitfeiern möchte, findet Informationen zur Übertragung auf dieser Seite. Aus technischen Gründen wird der Stream erst kurz vor dem Gottesdienst angezeigt.

Pfarreien in Münster feiern gemeinsame Osternacht

Für die Verantwortlichen der katholischen Pfarreien in Münster steht fest: „Ostern fällt nicht aus.“ Deshalb haben sie sich zusammengetan und werden erstmals gemeinsam die Osternacht am Karsamstag, 11. April, um 20 Uhr feiern. In Zeiten der Corona-Krise, in denen öffentliche Gottesdienste nicht stattfinden dürfen, können die Gläubigen die Feier des höchsten Festes in der katholischen Kirche im Internet verfolgen. Übertragen wird die Feier aus der St.-Martini-Kirche. Beteiligt sind jedoch alle Pfarreien: Die Pfarrer übernehmen je ein Element des Gottesdienstes in ihrer Kirche, das dann in die Übertragung eingebunden wird. 

Hans-Bernd Köppen, Pfarrer der St.-Lamberti-Pfarrei, gibt Beispiele: „Eine Lesung trägt Pfarrer Jürgen Streuer aus Handorf vor, eine weitere Pfarrer Rudi Gehrmann aus der St.-Mauritz-Kirche. Schulseelsorger Hendrik Drüing predigt aus der Kapelle des Mauritz-Gymnasiums.“ 17 verschiedene Orte werden auf diese Weise eingebunden, auch die Jugendkirche „effata“ ist dabei sowie die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde. Besonders freut sich Köppen über die Beteiligung der evangelischen Apostelgemeinde. „So gibt es für alle Gläubigen in Münster an diesem besonderen Fest einen Bezug zu ihrer Heimatpfarrei“, verdeutlich Köppen. 

An jedem Ort werden nur zwei Vertreterinnen und Vertreterder Gemeinden in einem Abstand von mindestens zweiMetern anwesend sein, zusätzlich in einigen Fällen ein Kirchenmusiker an der Orgel. „Wir freuen uns, trotz dieser für uns alle nicht leichten Situation mit den Menschen in Münster auf diese neue Art Ostern zu feiern“, betont Pfarrer Köppen. 

Auch die Feier der Karwoche ermöglichen die Innenstadtpfarreien den Gläubigen via Internet. Am Palmsonntag, 5. April, wird um 10 Uhr ein Familiengottesdienst aus der St.-Clemens-Kirche in Münster-Hiltrup übertragen, um 18 Uhr ein Gottesdienst aus der St.-Lamberti-Kirche. Am Gründonnerstag, 9. April, haben alle Gläubigen die Möglichkeit, die Feier mit Bischof Dr. Felix Genn aus dem St.-Paulus-Dom zu verfolgen. Für Karfreitag, 10. April, ist die Übertragung der Liturgie um 15 Uhr aus der St.-Martini-Kirche geplant. Um 18 Uhr gibt es eine Andacht aus der St.-Lamberti-Kirche. Die Kirchengemeinden der Stadt werden an diesem Tag besondere Aktionen und Hilfen zur Gestaltung des Karfreitags im Internet veröffentlichen. Zusätzlich erscheint am Gründonnerstag, herausgegeben von den katholischen Kirchengemeinden, eine Beilage in den Zeitungen zum Thema „Ostern gestalten“. 

Wer die Gottesdienste mitfeiern möchte, findet die Links zu den Plattformen Youtube, Facebook und BibelTV auf den Homepages der Pfarreien, auf www.katholisch-in-muenster.de oder auf www.sanktlamberti.de.

Karfreitag: Gang durch die Kirchen

Am Karfreitag sind von 7 bis 18 Uhr die St.-Lambert-, St.-Servati-, St.-Ludger-, St.-Aegidi- und St.-Martin-Kirche geöffnet. Auch der St.-Paulus-Dom, die Liebfrauen-Überwasser- und Heilig-Kreuz-Kirche sind zu dieser Zeit geöffnet.

In diesem Jahr können wir leider nicht gemeinsamen betend durch die Kirchen der Innenstadt gehen. Wir laden Sie ein, auf den Tag verteilt – alleine oder mit denjenigen, die mit Ihnen zusammen wohnen – zu gehen. Bitte bilden Sie keine Gebetsgruppen und verabreden Sie sich nicht mit weiteren Personen.

„805“ wird mit den Westfälischen Nachrichten verteilt

Ostern fällt nicht aus. Doch wie können Familien, Alleinstehende und Paare, Menschen jeden Alters das höchste Fest der katholischen Kirche zu Hause feiern? Erstmals haben die katholischen Pfarreien im Stadtdekanat Münster ein Magazin erstellt, das Konkretes an die Hand gibt: zum Beispiel das Osterevangelium, Gebetshilfen, einen besonderen Spaziergang durch die Stadt oder Gottesdienstübertragungen im Internet. Es gibt Einblicke darin, warum eine Ordensschwester Expertin für Quarantäne ist und wie eine Großfamilie mit sechs Kindern die Kar- und Ostertage feiert. Das Magazin mit dem Titel „805“ wird am Donnerstag, 9. April, mit den Westfälischen Nachrichten als Beilage verteilt, zudem liegt es in Kirchen und einigen Supermärkten, Apotheken und Bäckereien aus.

Warum die Verantwortlichen dem Magazin den Titel „805“ gegeben haben, erklärt Stadtdechant Jörg Hagemann im Vorwort: „805 begann das christliche Leben hier in Münster mit der Ernennung des heiligen Ludgerus zum ersten Bischof von Münster. Als Christ und als Stadtdechant von Münster glaube ich, dass diese Zahl so etwas sein kann wie ein Hilfsangebot, wie ein Zugangscode.“ Hagemann ermutigt die Menschen im Stadtdekanat, sich auf dieses besondere Osterfest einzulassen: „Trauen Sie sich zu beten, den biblischen Ostertext zu lesen und zu meditieren, zu weinen und zu lachen, allein oder verbunden mit Vielen. Trauen Sie sich, Ostern zu feiern!“

Mit dem gedruckten Magazin als Zeitungsbeilage möchten die katholischen Pfarreien besonders diejenigen ansprechen, die über die digitalen Kanäle nicht erreicht werden. Zusätzlich steht das Magazin im Internet auf der Seite www.805.ms zum Download bereit.