Hilfe für gestresste Familien

Familien stehen auch in Münster wegen der Corona-Pandemie seit Wochen vor neuen und großen Herausforderungen. Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen sind geschlossen, eine Rückkehr in den Regelbetrieb ist nicht absehbar. Viele Eltern arbeiten im Home-Office und müssen gleichzeitig  ihre Kinder unterrichten, betreuen und für Freizeitangebote sorgen. Und das täglich, rund um die Uhr.  Da liegen schnell die Nerven bei allen Familienmitgliedern blank. Existenzsorgen, eine kleine Wohnung ohne Garten können den Stresspegel noch weiter erhöhen.

Hier ist schnelle Hilfe gefragt, die ab Donnerstag, 7. Mai, eine Hotline für gestresste Familien bietet. Unter der Telefonnummer 0251/39 58 896 sind Expertinnen und Experten der Erziehungsberatungsstellen in Münster an sieben Tagen von 10 bis 22 Uhr für alle Themen erreichbar. Caritas, das Beratungszentrum der Diakonie und die Beratungsstelle Südviertel haben in Kooperation mit dem Amt für Kinder und Familien der Stadt Münster diesen Zusammenschluss gewählt, um in diesen außergewöhnlichen Zeiten alle Familienmitglieder bestmöglich zu unterstützen.  Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse Familienberatung.ms.

„Corona-Lockdown. Ethisch begündete Exit-Strategien“

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland und weltweit zu Maßnahmen geführt, die zum Teil tief in Grundrechte eingreifen. Die Debatte um die Verhältnismäßigkeit von Lockdown-Maßnahmen in Gesellschaft und Wirtschaft wird immer intensiver geführt. Zu dieser aktuellen Debatte bietet die Akademie Franz Hitze Haus in Münster am Dienstag, 12. Mai, von 18 bis 19.30 Uhr ein Webinar an.

Es diskutieren nach Kurzreferaten der Wirtschaftsethiker Professor Christoph Lütge aus München und die Rechtswissenschaftlerin Professorin Frauke Rostalski aus Köln, seit kurzem Mitglied des Deutschen Ethikrates. 

Das Webinar wird mit der Plattform „Zoom“ durchgeführt und gleichzeitig als Livestream auf dem YouTube-Kanal der Akademie Franz Hitze Haus gesendet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Webinar können im Anschluss an die beiden Vorträge Fragen an die Referenten stellen. Hierzu müssen sie sich kostenlos für das Seminar anmelden und bekommen dann einen Link zur Teilnahme zugeschickt.

Für den Livestream bei YouTube ist keine Anmeldung nötig. Er ist aufrufbar unterwww.franz-hitze-haus.de/tagungsvideos.

Haus der Familie entwickelt Online-Angebote

Seit fünf Wochen steht der Kursbetrieb im Haus der Familie in Münster still. Wo sonst Eltern-Kind-Kurse stattfinden und Frauen und Männer Englisch, Nähen oder Yoga lernen, darf derzeit niemand in die Einrichtung am Krummer Timpen. „Wir wissen, dass unseren Teilnehmenden und Kursleitenden die Zeit im Haus der Familie fehlt, und uns fehlen sie auch alle“, betont Edith Thier. Die Leiterin und Geschäftsführerin der Bistumseinrichtung hat sich gemeinsam mit ihrem Team Gedanken gemacht und neue Angebote entwickelt, wie das Haus der Familie nach Hause kommen kann.

Am besten eignet sich dafür der Sport. „Wer Lust auf Bewegung hat und einen Ausgleich sucht, kann online an unseren Sportangeboten teilnehmen“, kündigt Edith Thier an. So findet ein „Zumba 50+“-Kursus mittwochs von 20 bis 21 Uhr auf dem Youtube-Kanal des Hauses statt, ein „Bodyweight-Workout“ dienstagsabends über die Plattform „Zoom“. Auch „Zumba für Eltern mit Kindern“ hat das Haus der Familie ins Programm aufgenommen. Dabei werden mittwochs von 9.30 bis 10.15 Uhr ebenfalls über „Zoom“ einfache Zumba-Choreographien gezeigt, mit denen Eltern und Kinder gemeinsam Spaß an der Bewegung haben können. „Fit für den Frühling“ mit Übungen für Bauch, Beine, Po und Rücken lautet der Titel eines weiteren Angebots, das donnerstags von 20.15 bis 21 Uhr über Zoom läuft. Neben Online-Angeboten im Fitnessbereich laufen bereits Kurse der Elternschule wie beispielsweise Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungsgymnastik.

Auch außerhalb der Online-Kurse halten die pädagogischen Fachkräfte den Kontakt zu ihren Kursteilnehmenden. „Besonders wichtig ist das für Familien, die es aufgrund ihrer finanziellen, familiären oder sozialen Situation schwer haben“, erklärt Edith Thier. So werden die Mütter aus dem kostenfreien Angebot „Sure Start – Die Babyspielstunde“ in den Stadtteilen Berg Fidel, Angelmodde, Kinderhaus und Gievenbeck regelmäßig angerufen. Sie können sich Ideen, Beratung und Ermutigung für die Alltagsgestaltung mit ihren Kindern holen. 

Auch im Projekt „Mein Bildungspilot – Wir zwei entdecken die Welt“ vermissen die Kinder ihre Bildungspiloten schmerzlich. Wo Jonas, Nike, Sam oder Laila sonst mit ihren jeweiligen Piloten gemeinsame Ausflüge gemacht, einen geeigneten Sportverein gesucht, die Stadtbücherei entdeckt oder in der Küche gebacken haben, werden jetzt online kreative Ideen entwickelt. Bei Live-Anrufen mit Videofunktion wird „Stadt-Land-Fluss“ oder „TicTacToe“ gespielt, gemalt oder einfach gequatscht. „Deutlich wird überall, dass es gut ist, die zur Verfügung stehenden Medien zu nutzen, die direkte zwischenmenschliche Begegnung aber fehlt natürlich“, sagt Edith Thier.

Das Team des Hauses der Familie in Münster arbeitet mit Hochdruck daran, sein Online-Angebot auszubauen. Gleichzeitig werden Überlegungen angestellt, wann und in welcher Form der Kursbetrieb wird aufgenommen werden kann. „Im Vordergrund steht dabei aber der Schutz der Gesundheit aller, das ist selbstverständlich“, betont Edith Thier.

Im Internet auf www.haus-der-familie-muenster.de, auf seinem Instagram- und Facebook-Kanal informiert das Haus der Familie über aktuelle Entwicklungen. Montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sind die Verantwortlichen per Telefon unter 0251 418660 oder per Mail an fbs-muenster@bistum-muenster.de erreichbar. Hierüber werden auch Anmeldungen für die Online-Kurse entgegen genommen.

Erstmals Online-Vorsingen an Domsingschule

Kinder laufen singend und pfeifend über die Flure, es wird über die nächste Ferienfreizeit, den nächsten Gottesdienst im Dom oder das anstehende Konzert gesprochen. Aus allen Räumen hört man Musik: Stimmen von großen und kleinen Sängerinnen und Sängern, Klavierspiel, klangvoll abgestimmter Chorgesang. Damit es genauso künftig wieder in den Räumen der Domsingschule an der Boeselagerstraße in Münster zugeht, lädt die Dommusik von Montag, 27. Aprilbis Donnerstag, 30 April, erstmals zu einem Online-Vorsingen ein. Kinder ab dem ersten Schuljahr können sich so in Zeiten der Corona-Krise statt persönlich per Video-Chat vorstellen und vorsingen.

Man benötigt nur einen Internetanschluss und meldet sich per Telefon oder E-Mail an. Daraufhin erhält man einen individuellen Termin und einen Zugangscode. In dem Video-Chat, der in lockerer Atmosphäre stattfindet, singen die Kinder ein Volks- oder Kinderlied vor, zum Beispiel „Alle Vögel sind schon da“. Vokalpädagogin Jutta Potthoff und Domkapellmeister Alexander Lauer freuen sich, auf diesem Weg singbegeisterte Kinder kennenzulernen.

In der Domsingschule werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene stimmlich und musikalisch ausgebildet und auf das Singen in Gottesdiensten und Konzerten vorbereitet. Die Mädchen und Jungen kommen zweimal wöchentlich zu den Proben und erhalten regelmäßig Stimmbildung von qualifizierten Gesangspädagoginnen. Dadurch können die Kinder gemäß ihrer Begabung gefördert und ihr sängerisches Potenzial entwickelt werden. Theaterpädagogische Projekte unterstützen außerdem die Persönlichkeitsentwicklung. Darüber hinaus möchte das Team der Dommusik den jungen Sängerinnen und Sängern einen Zugang zu kulturellen und religiösen Werten vermitteln.

Zurzeit singen 130 Jungen und 200 Mädchen verschiedener Altersgruppen in den Chören der Dommusik, außerdem 70 Erwachsene. Die Chorgruppen bilden einen wichtigen Baustein in der Münsteraner Musikkultur.

Das Sekretariat der Dommusik erteilt interessierten Eltern und Kindern gerne weitere Informationen unter Tel. 0251 / 495 6720 oder per E-Mail an dommusik@bistum-muenster.de .

Maria-Stiftung unterstützt bedürftige Studierende mit 100.000 Euro

Viele Studierende trifft die Corona-Krise schwer: Ihre Einnahmen durch Nebenjobs fallen weg, Anspruch auf Kurzarbeit haben sie in der Regel nicht. Mit der Verzweiflung vieler Studierenden wird in diesen Tagen auch die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) in Münster konfrontiert. „Uns erreichen täglich Anrufe von Studierenden, die sich akut in einer finanziellen Notlage befinden“, berichtet Anna Hürten, die als Sozialarbeiterin der KSHG deutsche und internationale Studierende in sozialen Notlagen berät. Jetzt kann die KSHG kurzfristig Abhilfe schaffen: Dank einer Zuweisung der Maria-Stiftung in Höhe von 100.000 Euro können Studierende schnell und unbürokratisch finanziell unterstützt werden.

Die 1892 errichtete Stiftung unterstützt das vom Caritasverband der Stadt Münster betriebene Altenzentrum „Maria-Hötte-Stift“ gegenüber dem Clemenshospital. Eine Nähe zur Zielgruppe der Studierenden gab es jedoch schon immer: Die Stiftung errichtete 1964 das Fürstin-von-Gallitzin-Wohnheim für Studentinnen in der Frauenstraße – derselben Straße, in der die KSHG heute ihren Sitz hat. 1991 übertrug die Maria-Stiftung das Wohnheim dem Bischöflichen Generalvikariat. Weil die Satzung bis heute außerdem die Unterstützung von bedürftigen Studierenden vorsieht, lässt die Stiftung der KSHG für diesen Zweck jährlich 15.000 Euro zukommen.

„Aufgrund der besonderen Umstände und der wachsenden Not unter den Studierenden haben wir uns entschieden, außerplanmäßig zusätzlich 100.000 Euro zur Verfügung zu stellen“, erklärt Christian Meyer vom Vorstand der Maria-Stiftung, der unter anderen auch Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp angehört. Die KSHG habe ein transparentes, unkompliziertes und faires Vergabeverfahren entwickelt, nicht benötigte Mittel würden an die Maria-Stiftung zurückgezahlt. „Es soll allerdings das letzte Mittel für eine finanzielle Hilfe sein“, formuliert Meyer eine Bedingung der Stiftung. Zunächst solle die staatliche Unterstützung ausgeschöpft werden. „Wenn jemand Anrecht auf Bafög hat, soll er Gebrauch davon machen.“

Die KSHG ist dankbar für die „ausgesprochen schnelle und großzügige Unterstützung der Maria-Stiftung. „Schon unter normalen Umständen werden die finanziellen Mittel der KSHG für diesen Zweck jedes Jahr restlos ausgeschöpft“, berichtet Anna Hürten. Situationen wie die aktuelle seien da nicht eingeplant. „Dank der finanziellen Unterstützung können wir weiterhin bedarfsorientiert beraten, ohne jemanden zurücklassen zu müssen“, sagt die Sozialarbeiterin.

Grundlegendes Kriterium für die KSHG ist Bedürftigkeit. „Wir kontrollieren keine Noten oder ähnliches“, versichert Anna Hürten. Mit allen Studierenden, die sich melden, wird ein Termin für eine telefonische Beratung vereinbart. Bis dahin müssen sie der KSHG bestimmte Unterlagen zukommen lassen: eine Kopie des Personal- und des Studierendenausweises, eine Aufstellung der monatlichen Kosten und die Kontoauszüge der vergangenen zwölf Wochen. „Mit dieser Einsicht überzeugen wir uns, dass Studierende nicht von mehreren Stellen gleichzeitig Unterstützung erhalten“, erklärt Anna Hürten. Liegt nach der Beratung der Beschluss für eine finanzielle Unterstützung vor, erhalten die Studierenden zwei Monatsraten in Höhe von jeweils 450 Euro, in Härtefällen von 650 Euro. 

Studierende, die sich in einer finanzieller Notlage befinden, können sich bei der KSHG Münster melden unter Telefon 0251 495 19 000 oder Mail an kshg@bistum-muenster.

Damit aus der Corona-Krise keine Beziehungskrise wird

Zu zweit allein zu Hause, keine Freizeitunternehmungen mit Dritten, keine beruflichen Termine, vielleicht zusätzlich Existenzsorgen oder die Beschäftigung der mit „eingesperrten“ Kinder: Die wegen der Corona-Krise geltenden Einschränkungen können zur Belastungsprobe für Paare werden. Wie Paare gut durch diese Zeit kommen und vielleicht sogar gestärkt daraus hervorgehen können, dazu gibt Andrea Stachon-Groth als Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster Tipps. 

„Ein erster Impuls ist häufig, den Ärger, Frust, schlechte Laune ungefiltert beim Partner rauszulassen“, weiß sie. Auf diese Weise für die eigene Entlastung sorgen zu wollen, sei zwar verständlich, aber „für den Erhalt einer liebevollen, sich gegenseitig unterstützenden Beziehung“ wenig förderlich.

Stattdessen sei es sinnvoll und sorge für emotionale Nähe, über die eigenen Gefühle zu sprechen. Dabei sei aber das „Wie“ entscheidend.

So rät Stachon-Groth, Wünsche statt Vorwürfe zu formulieren. Aus einem „Schon wieder ist die Spülmaschine nicht eingeräumt“ solle besser ein „Ich wünsche mir von dir, dass du dein Geschirr in die Spülmaschine stellst“ werden. Außerdem empfiehlt sie, dem Partner das Gute und Gelingende widerzuspiegeln: „Danke, dass Du für uns Kaffee gekocht hast!“

Achtsamkeit für das Befinden des Partners sei ebenfalls wichtig. Wenn dieser etwa erschöpft aussehe, könne man fragen, ob man etwas für ihn tun könne. Umgekehrt solle man die eigenen Bedürfnisse benennen. „Sagen Sie konkret, was Sie sich von der Partnerin oder dem Partner wünschen, denn diese können Ihnen das nicht von der Stirn ablesen“, sagt Stachon-Groth.

In diesem Sinne dürfe man auch freundlich um Verständnis bitten, wenn man gerade Ruhe brauche und erst später reden wolle. Das sei besser als ein harsches „Lass mich in Ruhe!“

Letztlich sei es entscheidend, im Gespräch zu bleiben. Selbst, wenn man den ganzen Tag miteinander verbracht habe, könne man den Partner nach seinen aktuellen Gefühlen, kleinen und großen Erfolgen und Misserfolgen des Tages, Bedürfnissen und Sorgen fragen. „Bleiben Sie neugierig, offen und interessiert“, rät Andrea Stachon-Groth.

Und schließlich sei bei allem ein liebevoller Umgang miteinander wichtig, sowohl in Gesten als auch in Worten: „Eine Umarmung zwischendurch tut gut, und ein liebevoller Umgangston ist Balsam für die Seele, nicht nur für die des Partners, auch für die eigene, gerade in Stresszeiten“, weiß die Fachfrau.

Auf all das bewusst zu achten, lohnt sich aus ihrer Sicht momentan mehr denn je. Denn: „Eine unterstützende, emotional nahe Beziehung ist derzeit eine der wichtigsten Ressourcen, die wir pflegen und nähren sollten.“

Klinikbücherei entwickelt Onleihe für isolierte Patienten

Lesestoff für Zeiten der Isolation: Viele begeben sich derzeit auf die Suche nach guten Büchern, Hörspielen und Zeitschriften, weil sie sich durch die Corona-Krise in einer Form der Isolation befinden. Abgeschottet von der Außenwelt: Das kennen aber auch schwer erkrankte Menschen im Universitätsklinikum Münster (UKM) – unabhängig vom Coronavirus. Dazu zählen beispielsweise Patientinnen und Patienten, die eine Knochenmarkspende erhalten haben, weil sie an Leukämie erkrankt sind oder an anderen Krankheiten leiden. Sechs Wochen müssen sie nach der Operation isoliert im Knochenmarktransplantationszentrum (KMT) verbringen. Für diese und andere Patienten hat die Klinikbücherei im UKM als Teil der katholischen Klinikseelsorge ein besonderes Angebot entwickelt: eine Online-Bibliothek mit dem Namen „lisando“.

Vor knapp zwei Jahren startete das Onlineportal, das die Klinikbücherei des UKM zusammen mit den Berliner Patientenbibliotheken des „Campus Charité Mitte“ und „Campus Benjamin Franklin“ konzipiert hat. Erstmals wird seitdem, begleitet vom Berliner Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft, deutschlandweit getestet, wie eine digitale Ausleihe in Krankenhäusern funktionieren kann. „Der Bestand sollte sich bewusst vom digitalen Angebot anderer öffentlicher Büchereien unterscheiden“, erklärt Sigrid Audick, Leiterin der Klinikbücherei im UKM. Leicht zu lesen soll die Literatur sein, auch Kurzweiliges darf darunter sein, sagt die Diplom-Bibliothekarin, stehen doch viele Patienten des KMT-Zentrums unter Medikamenteneinfluss, der die Konzentration beeinträchtigt.

Fortlaufend haben Sigrid Audick und Roxana Brink, die das Projekt am UKM begleitet, den Bestand angepasst. „Angefangen haben wir mit Ebooks aus dem Bereich Belletristik, haben dann aber schnell Audios wie Hörbücher dazu genommen, weil die Nachfrage hoch war“, erinnert sich Roxana Brink. Mittlerweile können sich die Patienten auch Sachmedien ausleihen und digital mal einen Reiseführer, mal ein Kochbuch durchblättern. Voraussetzung für die Patienten, um „lisando“ nutzen zu können: ein stabiles WLAN und ein mobiles Endgerät mit der entsprechenden App beziehungsweise einen E-Reader, wovon es im UKM derzeit zwölf Geräte gibt. Weil nicht immer alle Geräte verliehen sind, nutzen auch Mitarbeitende und andere Patienten die Onleihe.

Jeden Donnerstag hilft Roxana Brink im KMT-Zentrum denen, die „lisando“ nutzen möchten. Rund 70 Patienten waren das in den vergangenen eineinhalb Jahren, weiß die Soziologin. „Weil es 20 Betten auf der Station gibt, zehn davon für Erwachsene und jeder Patient rund sechs Wochen bleibt, haben wir in dem Zeitraum etwa 70 Prozent aller Patienten erreicht“, zeigt sich Roxana Brink zufrieden.

Für Pfarrer Dr. Leo Wittenbecher, geschäftsführender Seelsorger am UKM, ist die Klinikbücherei ein wichtiger Bestandteil der Klinikseelsorge: „Wir möchten damit Menschen ermöglichen, ihre Krankheit im Leben zu bewältigen.“ Besonders im KMT-Zentrum werde isolierten Patienten damit eine Brücke zur Normalität gebaut. „Wir sehen nicht nur die Krankheit, sondern den ganzen Menschen,“ betont Wittenbecher. Auch Roxana Brink hat bei ihren Besuchen festgestellt, dass die Onleihe ein Türöffner zu weiteren Angeboten der Klinikseelsorge sein kann. „Die Patienten werden von ihrer Krankheit abgelenkt, wenn sie sich mit der Ausleihe von Medien beschäftigen. Das kann ein Anknüpfungspunkt sein, auch für Gespräche mit den Seelsorgern im Haus.“

Wenn die Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit sowie die wissenschaftliche Begleitung im November 2020 endet, wird ein Handbuch zum Projekt erstellt. Ab dem 1. Januar 2021 wird der Verbund „lisando“ dann bundesweit geöffnet, so dass auch andere Patientenbibliotheken die Onleihe in ihren Häusern anbieten können.

EFL in Münster bietet täglich offene Sprechstunde

Die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) des Bistums in Münster erweitert ihr Angebot angesichts der Corona-Krise: Mit einer offenen Telefonsprechstunde möchten die Beraterinnen und Berater fachliche Unterstützung in der aktuellen Situation bieten. Montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und freitags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr können Einzelne, Paare und Familien telefonisch Rat suchen.

„Gerade in der derzeitigen Krisensituation sind viele Menschen zusätzlich verunsichert“, sagt Ursula Demmel, Leiterin der münsterischen Beratungsstelle. Damit nähmen auch die Probleme in Paarbeziehungen oder innerhalb der Familie zu. Hinzu kämen besondere Herausforderungen durch isolierte Lebenssituationen, weniger soziale Kontakte und zunehmende finanzielle Sorgen.

Die tägliche Telefonsprechstunde ergänzt das fortlaufende Angebot der EFL. Zwar sind Gruppentreffen und Veranstaltungen zum Schutz der Ratsuchenden bistumsweit bis zum 19. April abgesagt, telefonische Beratung und Online-Beratungen laufen aber weiter. Alle Informationen dazu gibt es im Internet unter www.ehefamilieleben.de. Auch Neuanmeldungen nimmt die Beratungsstelle weiterhin über das Sekretariat entgegen.

Gesprächsangebot der Studierendengemeinde

Manchmal möchte man einfach nur reden. Und viele herzliche Studierende wollen gern ihre Zeit verschenken und zuhören. Wenn Sie in deisen Zeiten jemanden zum Gespräch suchen, ob über Sorgen oder einfach nur so, melden Sie sich gern von montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr unter der E-Mail-Adresse seelsorge@kshg.de. Schreiben Sie einfach in Ihre E-Mail Ihre Telefonnummer und Ihren Namen und ein Student oder eine Studentin ruft Sie zurück, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Krisenkompass der TelefonSeelsorge ist da!

Digitale Suizidprävention der TelefonSeelsorge ab jetzt als App erhältlich.

Erleichtert und auch etwas stolz zeigte sich heute Rita Hülskemper, Leiterin der TelefonSeelsorge Münster und Mitinitiatorin der App: „Wir haben ein neues digitales Angebot zur Suizidprävention entwickelt und heute zum Download bereitgestellt.“ Diese App soll sich besonders an die Gruppe richten, die häufig suizidalen Krisen betroffen sind: Kinder und junge Menschen bis 29 Jahre. Diese sind mit 23% besonders zahlreich vertreten unter den rund 100.300 Personen, die sich im letzten Jahr deutschlandweit die TelefonSeelsorge mit suizidalen Gedanken kontaktiert haben. „Und da junge Menschen mit ihren Themen vor allem digital unterwegs sind, ist die App ein Angebot, das hoffentlich von vielen genutzt wird“, so Hülskemper weiter.

Die App richtet sich an drei Personenkreise, zum einen an diejenigen, die sich in einer suizidalen Krise befinden, zum anderen an Familie und Freunde, die jemanden unterstützen wollen. Und auch diejenigen, die einen Menschen durch Suizid verloren haben, werden durch das Angebot angesprochen. Die App bietet nicht nur Informationen zum Thema Suizid, sondern auch Erfahrungen aus der digitalen Therapie, wie etwa Stimmungsbarometer oder Achtsamkeitsübungen.

Die App steht ab sofort kostenlos im Download zur Verfügung:
– für iOS: https://ios.krisen-kompass.app/
– für ANDROID: https://android.krisen-kompass.app/