Pfarrei St. Lamberti in Münster stellt „Corona-Box” auf den Kirchplatz

Haben die Corona-Box konzipiert und gestaltet: (von links) Stephan Orth (pastoraler Mitarbeiter), Ursel Schwanekamp (Pastoralreferentin), Amelie Hirsch, Marie Schubert und Andrea Bailoni.

Von außen ähnelt sie einer Telefonzelle, von innen einem Badezimmer. Mitten auf dem Kirchplatz vor der St.-Lamberti-Kirche haben Passanten und Touristen in den kommenden Wochen die Möglichkeit, über ihren eigenen Umgang mit der Corona-Krise nachzudenken. „Inmitten des Trubels der Stadt möchten wir die Menschen im Sommer dazu einladen, kurz innezuhalten, einen Blick zurück und nach vorne zu werfen“, kündigt Andrea Bailoni an. Der pastorale Mitarbeiter der Pfarrei St. Lamberti und ein Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen haben in den vergangenen Wochen eine begehbare „Corona-Box“, so der Arbeitstitel, entworfen. „Die Idee hatte Pfarrer Hans-Bernd Köppen, geplant und umgesetzt haben wir sie dann mit dem Pastoralteam und einigen Ehrenamtlichen.“

Die ein Quadratmeter große und rund zwei Meter hohe Box hat Bailoni zusammen mit der Studentin Amelie Hirsch entworfen. Sie studiert Bildhauerei im öffentlichen Raum an der Kunstakademie Münster, Klasse Löbbert, und hat tagelang an der Holzkonstruktion gebaut. „Es ist ein Konstrukt aus Holz und Plexiglas, damit die Box auch hell und einladend wirkt“, erklärt Amelie Hirsch. Ergänzt wird das Ganze durch eine Montage, die die Künstlerin und Studentin Marie Schubert für die Außenseite gestaltet hat.

Wer die Box betritt, steht vor einem Waschbecken – eine Attrappe. „Damit soll schon der erste Bezug zur Corona-Krise im Sinne von Hygiene hergestellt werden“, erklärt Bailoni. Herzstück aber sei der „Spiegel-Ersatz“ über dem Waschbecken in Form eines Monitors. Über den wird der Nutzer mit drei Fragen konfrontiert: „Was ist dir in der Corona-Zeit besonders schwer gefallen?“, „Wie erlebst Du diese Zeit aktuell?“ und „Welche Erfahrung aus dieser Zeit bleibt für dich besonders wertvoll?“ Über eine Videokamera sieht sich der Nutzer selbst auf dem Bildschirm – oder im übertragenen Sinne im Spiegel. In jeweils 60 Sekunden bekommt er die Möglichkeit, auf die Fragen zu antworten. Möchte er eine überspringen, kann er direkt zur nächsten Frage weiterklicken.

Hat derjenige zu Beginn eine Datenschutzerklärung unterschrieben, gibt er der Pfarrei die Möglichkeit, die Videos auf ihren Social-Media-Kanälen zu veröffentlichen und auf diesem Wege andere Menschen zu ermutigen, sich mit der Corona-Zeit auseinandersetzen. Zudem kann er sich seine Videos an die eigene Mailadresse schicken lassen. „Wer das nicht möchte, kann sicher sein, dass die Videos unmittelbar danach gelöscht werden“, versichert Bailoni.

Bewusst hat er die drei Fragen so formuliert, dass sie einen Blick in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Zukunft werfen. „Die zurückliegende Zeit war für uns alle eine Ausnahmesituation, egal, in welcher Form und wie stark jeder Einzelne davon betroffen war“, erklärt der pastorale Mitarbeiter. „Wir als katholische Kirche möchten einen Raum eröffnen, diese Zeit bewusst zu reflektieren.“ Gleichzeitig sei die Aktion ein Ausdruck von Nähe: „So lange konnten wir den Menschen physisch nicht nahe sein, weil öffentliche Gottesdienste nicht stattfinden durften. Jetzt gehen wir raus auf die Straße, in die Stadt, öffnen mit der Box eine Tür, die Vieles ermöglicht.“ Die „Corona-Box“ steht in Verbindung mit der Sommerlounge, bei der die Pfarrei St. Lamberti bei gutem Wetter Sitzmöglichkeiten auf dem Kirchplatz zur Verfügung stellt. „An diesen Tagen steht dann auch die Box von 10 bis 19 Uhr auf dem Kirchplatz“, sagt Bailoni. Ein Haupt- oder Ehrenamtlicher wird in dieser Zeit präsent und ansprechbar sein.

Haben die Corona-Box konzipiert und gestaltet: (von links) Stephan Orth (pastoraler Mitarbeiter), Ursel Schwanekamp (Pastoralreferentin), Amelie Hirsch, Marie Schubert und Andrea Bailoni. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Angebot für Wohnungslose

Wohnungslose Menschen am Sonntag besser versorgen: Das ist Ziel eines gemeinsamen Angebotes der Caritas Münster, der Pfarrgemeinde St. Lamberti und des „Treffpunktes an der Clemenskirche“ der Alexianer. Haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben am vergangenen Sonntag zum ersten Mal Kaffee, Wasser und belegte Brötchen ausgegeben. Jeden Sonntag bis Ende Juli steht ein Transporter in der Zeit von 12.00 bis 14.30 Uhr auf dem Lamberti-Kirchplatz. Von dort werden Speisen und Getränke an Bedürftige verteilt.

„Wir haben festgestellt, dass wohnungslose Menschen sich am Sonntag nicht gut versorgen können, weil öffentliche Orte teilweise geschlossen sind“, sagt Mona Röver von der Caritas Münster. Sie hat zusammen mit Diakon Prof. Dr. Thomas Reker (St. Lamberti) und Sozialarbeiter Matthias Eichbauer (Treffpunkt) das neue Angebot aus der Taufe gehoben. „Dies ist beim ersten Mal bereits gut angenommen worden“, berichtet Mona Röver, die sich auch über das starke Engagement der Ehrenamtlichen freut. Wenn die Ausgabe weiterhin so gut angenommen wird, sollen innerhalb dieser Kooperation weitere Angebote für diese Zielgruppe geschaffen werden.

Gaben am Sonntag erstmals Kaffee, Wasser und belegte Brötchen an wohnungslose Menschen aus: Johanna Blaschke, Diana Greiner, Harine Suthan, Sr. Clara Marie, Doris Tuma, Julia Kuzmin und Mona Röver (von links).

Ewiges Gebet im St.-Paulus-Dom am Sonntag, 14. Juni

Es hat in der katholischen Kirche eine lange Tradition und dauert – trotz seines Namens – nicht ewig im landläufigen Sinne: Am Sonntag, 14. Juni, sind alle Gläubigen zum Ewigen Gebet im St. Paulus-Dom Münster eingeladen.

Das Kapitelsamt, eine reguläre heilige Messe, findet wie immer um 11.45 Uhr statt. Anschließend wird das heiligste Sakrament ausgesetzt. Die Gegenwart Jesu in der Gestalt des eucharistischen Brotes erinnert an die Hingabe seines Lebens für die Menschen. Um 17 Uhr findet eine Vesper statt. Mit Sakramentsprozession und Segen wird sie das Ewige Gebet abrunden.

Kirchen rufen zum Nähen von Masken auf

Münster hält zusammen, Münster näht zusammen: Die katholische Kirche im Stadtdekanat Münster ruft dazu auf, einfache Mund-Nasen-Masken zu nähen und für die Mitmenschen in der Stadt zu spenden. Mit Blick auf die ab Montag, 27. April, geltende Maskenpflicht in Münster und in ganz Deutschland ermutigt Stadtdechant Jörg Hagemann zum Einsatz für Andere: „Mit der Aktion wird christliche Nächstenliebe gelebt“, betont er. In nahezu allen Kirchen im Stadtgebiet sind Sammelstellen eingerichtet worden, an denen die Masken abgegeben werden können.

Die katholische sowie die evangelische Kirche in Münster arbeiten mit der Stadt Münster zusammen, die ebenfalls an verschiedenen Orten Sammelstellen eingerichtet hat. Die Stadt sorgt dafür, dass die abgegebenen Masken an die Apothekerkammer geliefert werden, die die Verteilung koordiniert. Wo Masken dann kostenlos abgeholt werden können, kann unter der Hotline der Stadt Münster zum Thema Corona erfragt werden: Telefon 0251 4921077 (montags bis freitags 8 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 16 Uhr) oder E-Mail an corona@stadt-muenster.de

Die katholische Kirche im Stadtdekanat Münster ruft dazu auf, einfache Mund-Nasen-Masken zu nähen und für die Mitmenschen in der Stadt zu spenden. (Foto: privat)

„Der erste Schritt ist aber, dass die Masken genäht werden müssen, bevor sie verteilt werden können“, betont Jörg Hagemann. Der Stadtdechant ist überzeugt, dass es den Menschen in der Stadt wichtig ist, etwas für ihre Mitmenschen zu tun. „Viele haben aktuell mehr Zeit zur Verfügung und suchen nach einer sinnvollen Beschäftigung“, weiß er aus Gesprächen. Mit der Nähaktion können sich die Münsteraner solidarisch mit denen zeigen, die nicht über Näh-Fertigkeiten oder das passende Equipment verfügen. „Das Ziel ist klar: Möglichst viele Menschen sollen vor einer möglicherweise lebensgefährlichen Infektion geschützt werden.“

Die Stoff-Masken, die ab Montag, 27. April, alle Bürgerinnen und Bürger beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn tragen müssen, schützen den Träger zwar nicht, können aber Tröpfchen beim Sprechen und Husten einfangen und so die Verteilung der Coronaviren bremsen. Die Masken sollten täglich bei 60 Grad gewaschen werden. Sie dürfen möglichst nur an den Bändern berührt, entsprechend angelegt und abgenommen werden. Die Hygieneregeln sind weiterhin zu beachten wie beispielsweise regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten, nicht ins Gesicht fassen.

Eine Liste der Sammelstellen und Informationen zu Nähanleitungen finden Sie hier.

Online-Gottesdienste aus Münster

Die katholischen Kirchengemeinden in Münster laden mit einem Online-Angebot zur Mitfeier der Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen ein. Eine Besonderheit haben sie sich dabei für die Osternacht überlegt, die zugleich eine Premiere darstellt.

„Feiern Sie mit uns zusammen die Kar- und Ostertage!“ Da aufgrund der Versammlungsverbote öffentliche Gottesdienste untersagt sind, haben sich die münsterischen Kirchengemeinden darüber verständigt, welche Gottesdienste sie ins Internet übertragen.

Den Anfang macht am Gründonnerstag, 9. April, 18.30 Uhr die Übertragung der Feier des letzten Abendmahls mit Bischof Dr. Felix Genn aus dem St.-Paulus-Dom.

Am Karfreitag, 10. April werden die Karfreitagsliturgie um 15 Uhr aus der Heilig-Kreuz-Kirche und um 20 Uhr der Gottesdienst der #FEIERNWIR-Gemeinde gesendet.

Eine Premiere gibt es dann am Samstag, 11. April. Erstmals beteiligen sich alle Pfarreien an der Feier der Osternacht. Übertragen wird der gemeinsame Gottesdienst, bei dem viele Kirchen mit einem Element einbezogen sind, um 20 Uhr aus der St.-Martini-Kirche.

Wer die Gottesdienste mitfeiern möchte, findet Informationen zur Übertragung auf dieser Seite. Aus technischen Gründen wird der Stream erst kurz vor dem Gottesdienst angezeigt.

Pfarreien in Münster feiern gemeinsame Osternacht

Für die Verantwortlichen der katholischen Pfarreien in Münster steht fest: „Ostern fällt nicht aus.“ Deshalb haben sie sich zusammengetan und werden erstmals gemeinsam die Osternacht am Karsamstag, 11. April, um 20 Uhr feiern. In Zeiten der Corona-Krise, in denen öffentliche Gottesdienste nicht stattfinden dürfen, können die Gläubigen die Feier des höchsten Festes in der katholischen Kirche im Internet verfolgen. Übertragen wird die Feier aus der St.-Martini-Kirche. Beteiligt sind jedoch alle Pfarreien: Die Pfarrer übernehmen je ein Element des Gottesdienstes in ihrer Kirche, das dann in die Übertragung eingebunden wird. 

Hans-Bernd Köppen, Pfarrer der St.-Lamberti-Pfarrei, gibt Beispiele: „Eine Lesung trägt Pfarrer Jürgen Streuer aus Handorf vor, eine weitere Pfarrer Rudi Gehrmann aus der St.-Mauritz-Kirche. Schulseelsorger Hendrik Drüing predigt aus der Kapelle des Mauritz-Gymnasiums.“ 17 verschiedene Orte werden auf diese Weise eingebunden, auch die Jugendkirche „effata“ ist dabei sowie die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde. Besonders freut sich Köppen über die Beteiligung der evangelischen Apostelgemeinde. „So gibt es für alle Gläubigen in Münster an diesem besonderen Fest einen Bezug zu ihrer Heimatpfarrei“, verdeutlich Köppen. 

An jedem Ort werden nur zwei Vertreterinnen und Vertreterder Gemeinden in einem Abstand von mindestens zweiMetern anwesend sein, zusätzlich in einigen Fällen ein Kirchenmusiker an der Orgel. „Wir freuen uns, trotz dieser für uns alle nicht leichten Situation mit den Menschen in Münster auf diese neue Art Ostern zu feiern“, betont Pfarrer Köppen. 

Auch die Feier der Karwoche ermöglichen die Innenstadtpfarreien den Gläubigen via Internet. Am Palmsonntag, 5. April, wird um 10 Uhr ein Familiengottesdienst aus der St.-Clemens-Kirche in Münster-Hiltrup übertragen, um 18 Uhr ein Gottesdienst aus der St.-Lamberti-Kirche. Am Gründonnerstag, 9. April, haben alle Gläubigen die Möglichkeit, die Feier mit Bischof Dr. Felix Genn aus dem St.-Paulus-Dom zu verfolgen. Für Karfreitag, 10. April, ist die Übertragung der Liturgie um 15 Uhr aus der St.-Martini-Kirche geplant. Um 18 Uhr gibt es eine Andacht aus der St.-Lamberti-Kirche. Die Kirchengemeinden der Stadt werden an diesem Tag besondere Aktionen und Hilfen zur Gestaltung des Karfreitags im Internet veröffentlichen. Zusätzlich erscheint am Gründonnerstag, herausgegeben von den katholischen Kirchengemeinden, eine Beilage in den Zeitungen zum Thema „Ostern gestalten“. 

Wer die Gottesdienste mitfeiern möchte, findet die Links zu den Plattformen Youtube, Facebook und BibelTV auf den Homepages der Pfarreien, auf www.katholisch-in-muenster.de oder auf www.sanktlamberti.de.

Karfreitag: Gang durch die Kirchen

Am Karfreitag sind von 7 bis 18 Uhr die St.-Lambert-, St.-Servati-, St.-Ludger-, St.-Aegidi- und St.-Martin-Kirche geöffnet. Auch der St.-Paulus-Dom, die Liebfrauen-Überwasser- und Heilig-Kreuz-Kirche sind zu dieser Zeit geöffnet.

In diesem Jahr können wir leider nicht gemeinsamen betend durch die Kirchen der Innenstadt gehen. Wir laden Sie ein, auf den Tag verteilt – alleine oder mit denjenigen, die mit Ihnen zusammen wohnen – zu gehen. Bitte bilden Sie keine Gebetsgruppen und verabreden Sie sich nicht mit weiteren Personen.

Ostern kommt! – Nach Hause!

Pakete für die Gestaltung der Kar- und Ostertage

Aufgrund der aktuellen Lage können wir als Pfarrei St. Liudger leider auch nicht die Kar- und Ostertage in der gewohnten Form miteinander feiern. Wir wollen aber trotzdem allen die Möglichkeit geben, diese zentralen Tage unseres Glaubens in einer passenden und angemessenen Art und Weise zu feiern. Das Seelsorgeteam bereitet daher derzeit verschiedene „Pakete“ vor, die mit geistlichen, kreativen und aktiven Anregungen dazu beitragen wollen, diese Tage zu gestalten. Wer die Kar- und Ostertage 1) klassisch-traditionell, 2) alternativ-modern, 3) mit Kindern in der Familie oder 4) mit Jugendlichen feiern will, kann sich bis zum 3. April unter der Adresse vanschelve@bistum-muenster.de oder unter der Telefonnummer 0251-276000512 melden und ein Paket bestellen – bitte nicht vergessen, dabei die Art des Paketes und den Kirchort unserer Pfarrei St. Liudger anzugeben! Ab Mittwoch, 8. April, stehen die Pakete dann in unseren Kirchen zur Abholung bereit.

Corona verändert Erreichbarkeit

Da persönliche Begenungen momentan stark eingeschränkt sind, machen die Münsteraner Kirchengemeinden auf ihre telefonische Erreichbarkeit aufmerksam. Feste Gesprächszeiten und Notfallhandys ergänzen die bisher bestehenden Möglichkeiten. Zudem hat die TelefonSeelsorge Münster ihr Beratungsangebot erhöht. Detailierte Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der jeweiligen Internetseite, in den Klammern sind zur groben Orientierung die dazugehörigen Stadtteile angegeben:

Die TelefonSeelsorge Münster erreichen Sie rund um die Uhr, anonym und kostenfrei unter den Telefonnummern 0800 1110 111 und 0800 111 0 222.