Hilfe für gestresste Familien

Familien stehen auch in Münster wegen der Corona-Pandemie seit Wochen vor neuen und großen Herausforderungen. Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen sind geschlossen, eine Rückkehr in den Regelbetrieb ist nicht absehbar. Viele Eltern arbeiten im Home-Office und müssen gleichzeitig  ihre Kinder unterrichten, betreuen und für Freizeitangebote sorgen. Und das täglich, rund um die Uhr.  Da liegen schnell die Nerven bei allen Familienmitgliedern blank. Existenzsorgen, eine kleine Wohnung ohne Garten können den Stresspegel noch weiter erhöhen.

Hier ist schnelle Hilfe gefragt, die ab Donnerstag, 7. Mai, eine Hotline für gestresste Familien bietet. Unter der Telefonnummer 0251/39 58 896 sind Expertinnen und Experten der Erziehungsberatungsstellen in Münster an sieben Tagen von 10 bis 22 Uhr für alle Themen erreichbar. Caritas, das Beratungszentrum der Diakonie und die Beratungsstelle Südviertel haben in Kooperation mit dem Amt für Kinder und Familien der Stadt Münster diesen Zusammenschluss gewählt, um in diesen außergewöhnlichen Zeiten alle Familienmitglieder bestmöglich zu unterstützen.  Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse Familienberatung.ms.

„Corona-Lockdown. Ethisch begündete Exit-Strategien“

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland und weltweit zu Maßnahmen geführt, die zum Teil tief in Grundrechte eingreifen. Die Debatte um die Verhältnismäßigkeit von Lockdown-Maßnahmen in Gesellschaft und Wirtschaft wird immer intensiver geführt. Zu dieser aktuellen Debatte bietet die Akademie Franz Hitze Haus in Münster am Dienstag, 12. Mai, von 18 bis 19.30 Uhr ein Webinar an.

Es diskutieren nach Kurzreferaten der Wirtschaftsethiker Professor Christoph Lütge aus München und die Rechtswissenschaftlerin Professorin Frauke Rostalski aus Köln, seit kurzem Mitglied des Deutschen Ethikrates. 

Das Webinar wird mit der Plattform „Zoom“ durchgeführt und gleichzeitig als Livestream auf dem YouTube-Kanal der Akademie Franz Hitze Haus gesendet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Webinar können im Anschluss an die beiden Vorträge Fragen an die Referenten stellen. Hierzu müssen sie sich kostenlos für das Seminar anmelden und bekommen dann einen Link zur Teilnahme zugeschickt.

Für den Livestream bei YouTube ist keine Anmeldung nötig. Er ist aufrufbar unterwww.franz-hitze-haus.de/tagungsvideos.

„In einer Zeit der Überforderung haben viele Großartiges geleistet“

Ich bin überzeugt: Wir haben die Kraft, aus dieser Krise etwas Gutes, etwas Großes, etwas Neues zu schaffen. Wenden wir diese Krise, um etwas Neues hervorzubringen. Denken wir Zusammenleben und Miteinander neu!“ Mit diesen Worten hat sich der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am 7. Mai an die Gläubigen im Bistum Münster gewandt. In einem Schreiben und einer Video-Botschaft zeigt sich Bischof Genn sehr dankbar für das, was in der Krise alles geleistet wird und ruft die Gläubigen weiter zu Solidarität, Zuversicht und Verbundenheit im Gebet auf.

Der Bischof bringt seine Freude darüber zum Ausdruck, dass wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden können. Er dankt den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die in den vergangenen Wochen trotz der notwendigen Ferne Nähe zu den Menschen gesucht hätten und Trost und Zuversicht aus dem Glauben verkündet hätten. „Vieles, was getan wurde, schien wenige Tage zuvor nicht einmal denkbar. Die Kreativität hat mich sehr gefreut“, betont Bischof Genn. Er unterstreicht die Bedeutung der Eucharistie, wenn er schreibt: „Die Eucharistie ist keine Spiritualität, die man auch anders leben könnte.“ Und er dankt allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarreien, die mit großer Umsicht und mit viel Verantwortungsgefühl dafür Sorge tragen würden, dass Gottesdienste wieder in Gemeinschaft gefeiert werden könnten.

Der Dank des Bischofs richtet sich darüber hinaus an viele weitere Gruppen. Er nennt etwa das Pflegepersonal, Ärzte und Ärztinnen, Verkäuferinnen und Verkäufer, Beamte und die Verantwortlichen in der Politik, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher sowie Unternehmer und Arbeitgeber. „In einer Zeit der menschlichen Über­forderung haben viele Großartiges geleistet“, betont Bischof Genn. Ein ausdrückliches Wort des Dankes richtet der Bischof an Eltern und Familien: „Ich danke den Müttern und Vätern – die Hauptlast liegt oft auf den Frauen und ich denke insbesondere an Alleinerziehende –, dass trotz vielleicht mancher Situationen kurz vor dem Nervenzusammenbruch doch auch in den meisten Familien die Herausforderungen der Krise bewältigt werden: Wie systemrelevant ist das, was Mütter und Väter in den Familien leisten!“

Mit Dankbarkeit und zugleich mit Demut erfülle es ihn, in einem Land wie Deutschland zu leben. Grundversorgung, Gesundheitsversorgung und die Wahrung der Menschenwürde hätten zu keiner Zeit in Gefahr gestanden. Hieraus leitet der Bischof eine Gabe und Verpflichtung ab: „Wir sind als Kirche, als Gesellschaft und als Nation gerufen, mit den anderen zu teilen: in Europa und darüber hinaus.“ Ein Impf­stoff, den die Wissenschaft hoffentlich bald finde, dürfe niemals durch Partikularinteressen verteilt werden. Bischof Genn: „Keine Nation ist hier ‚first‘, auch nicht das eigene Ich, sondern die, die es am dringendsten brauchen. In dieser Situation dürfen wir die nicht vergessen, die keine eigene Lobby haben: große Teile Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sind von unserer Solidarität abhängig. Aber nicht nur in der Ferne gilt dieses Wort. Unsere Verantwortung für den Nächsten nimmt uns auch für die Flüchtlinge weltweit und an unseren Grenzen in die Pflicht. Warum können wir nicht einfach großherzig sein? Viele Menschen stehen bereit, sich hier zu engagieren.“

Bischof Genn macht deutlich, dass die Krankheit und die Gefahr nicht vorüber seien. Es sei die Zeit von klaren Erwägungen durch Wissenschaft und Politik. „Wie glücklich können wir uns schätzen, eine funktionierende Demokratie zu haben sowie eine Wissenschaft, die sagen darf, was ist, und nicht das, was die Politik für opportun hält.“ Er zeigt sich überzeugt, dass die aktuellen Herausforderungen geschafft werden könnten. Vieles von dem, was bis vor kurzem eingespielt und unverrückbar erschienen sei, gelte nun nicht mehr, der routinierte ‚Betrieb‘ sei ins Stocken geraten, was nun aber auch einen „Pfadwechsel“ ermögliche. Allerdings erlaube die derzeitige Entwicklung es noch nicht, prophetisch zu reden. „Was mag das alles für uns bedeuten? Was wird das für Konsequenzen für die Sozialgestalt unserer Gesellschaft haben? Was bedeutet das für die Wirtschaft? Was bedeutet das für die Kirche?“, fragt Bischof Genn.

Sicherlich gebiete es aber die Situation, alle in den Blick zu nehmen und niemanden liegen zu lassen. „Als katholische Kirche sehe ich uns in der Verantwortung, insbesondere für die da zu sein, die trotz mancher Hilfen nicht alle aus der Krise kommen. Hier werden wir das tun, was uns in dieser Zeit möglich ist“, betont der Bischof. Zugleich drückt er seine Verbundenheit im Gebet mit denen aus, „die einen geliebten Menschen durch diese Krankheit verloren haben, deren Leben gezeichnet wurde oder deren Lebensgrundlage nicht sicher ist“.

Der Bischof schließt seine Botschaft an die Gläubigen mit einem Wort des Apostels Paulus:  „Freut euch in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!“ Bischof Genn: „Tragen wir weiterhin die vielen Anliegen unserer Familien, der Kirche und Gesellschaft, der Nachbarn und Freunde vor Gott. Ich tue das mit Ihnen gemeinsam. Dazu wünsche ich Ihnen viel Kraft, Zuversicht und über allem Gottes Segen!“

Letztlich braucht der Glaube Gemeinschaft

Ab dem 1. Mai ist in Nordrhein-Westfalen die Feier von Gottesdiensten mit Beteiligung von Gläubigen unter bestimmten Rahmenbedingungen wieder möglich. Hierzu erklärt der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am 25. April:

„Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich wirklich dankbar bin, wie viel Kreativität und Einsatz Haupt- und Ehrenamtliche in den vergangenen Wochen gezeigt haben, wenn es um die Feier von Gottesdiensten ging, aber auch bei den Hilfen für und bei der Solidarität mit Menschen, die von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind. Diesen Einsatz und diese Kreativität brauchen wir weiterhin, denn die Corona-Krise ist noch keineswegs vorbei.

Ich freue mich, dass wir unter bestimmten Rahmenbedingungen ab dem 1. Mai wieder Gottesdienste unter Beteiligung von Gläubigen feiern können. Denn letztlich lebt und braucht der Glaube die Gemeinschaft. Ich freue mich dabei auch für die vielen Gläubigen, die mir gegenüber in den vergangenen Wochen zum Ausdruck gebracht haben, wie schwer es ihnen fällt, die Kommunion nicht empfangen zu können.

Zugleich muss der Gesundheitsschutz für uns alle weiterhin die höchste Priorität haben. Von daher ist es sehr wichtig, dass wir uns an die Vorgaben zur Feier von Gottesdiensten halten. Vor allem müssen wir weiter achtsam sein und auf Abstand bleiben, damit niemand sich in den Gottesdiensten mit dem Virus ansteckt. Ich bin zuversichtlich, dass sich alle, die vor Ort für die Feier der Gottesdienste zuständig sind, aber auch die Gläubigen selbst, hier sehr verantwortlich verhalten werden.“

Kirchen rufen zum Nähen von Masken auf

Münster hält zusammen, Münster näht zusammen: Die katholische Kirche im Stadtdekanat Münster ruft dazu auf, einfache Mund-Nasen-Masken zu nähen und für die Mitmenschen in der Stadt zu spenden. Mit Blick auf die ab Montag, 27. April, geltende Maskenpflicht in Münster und in ganz Deutschland ermutigt Stadtdechant Jörg Hagemann zum Einsatz für Andere: „Mit der Aktion wird christliche Nächstenliebe gelebt“, betont er. In nahezu allen Kirchen im Stadtgebiet sind Sammelstellen eingerichtet worden, an denen die Masken abgegeben werden können.

Die katholische sowie die evangelische Kirche in Münster arbeiten mit der Stadt Münster zusammen, die ebenfalls an verschiedenen Orten Sammelstellen eingerichtet hat. Die Stadt sorgt dafür, dass die abgegebenen Masken an die Apothekerkammer geliefert werden, die die Verteilung koordiniert. Wo Masken dann kostenlos abgeholt werden können, kann unter der Hotline der Stadt Münster zum Thema Corona erfragt werden: Telefon 0251 4921077 (montags bis freitags 8 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 16 Uhr) oder E-Mail an corona@stadt-muenster.de

Die katholische Kirche im Stadtdekanat Münster ruft dazu auf, einfache Mund-Nasen-Masken zu nähen und für die Mitmenschen in der Stadt zu spenden. (Foto: privat)

„Der erste Schritt ist aber, dass die Masken genäht werden müssen, bevor sie verteilt werden können“, betont Jörg Hagemann. Der Stadtdechant ist überzeugt, dass es den Menschen in der Stadt wichtig ist, etwas für ihre Mitmenschen zu tun. „Viele haben aktuell mehr Zeit zur Verfügung und suchen nach einer sinnvollen Beschäftigung“, weiß er aus Gesprächen. Mit der Nähaktion können sich die Münsteraner solidarisch mit denen zeigen, die nicht über Näh-Fertigkeiten oder das passende Equipment verfügen. „Das Ziel ist klar: Möglichst viele Menschen sollen vor einer möglicherweise lebensgefährlichen Infektion geschützt werden.“

Die Stoff-Masken, die ab Montag, 27. April, alle Bürgerinnen und Bürger beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn tragen müssen, schützen den Träger zwar nicht, können aber Tröpfchen beim Sprechen und Husten einfangen und so die Verteilung der Coronaviren bremsen. Die Masken sollten täglich bei 60 Grad gewaschen werden. Sie dürfen möglichst nur an den Bändern berührt, entsprechend angelegt und abgenommen werden. Die Hygieneregeln sind weiterhin zu beachten wie beispielsweise regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten, nicht ins Gesicht fassen.

Eine Liste der Sammelstellen und Informationen zu Nähanleitungen finden Sie hier.

Gottesdienste ab dem 1. Mai wieder möglich

Generalvikar Winterkamp bittet um Einhaltung der Rahmenbedingungen

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat am 23. April mitgeteilt, dass ab dem 1. Mai die Feier von Gottesdiensten mit Beteiligung von Gläubigen wieder möglich ist. Hierzu wurden eine Reihe von Rahmenbedingungen festgesetzt. In einem Schreiben an die Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie die weiteren Mitarbeitenden im Bistum Münster hat Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am Abend des 23. April dringend darum gebeten, die Rahmenbedingungen einzuhalten, „damit uns die Möglichkeit zur Feier von Gottesdiensten mit der Gemeinde nicht wieder verloren geht“. „Gerade in der Freude über die veränderte Situation“ sei die Beachtung der Rahmenbedingungen unbedingt erforderlich.

Zu diesen Rahmenbedingungen gehört es unter anderem, dass der Zugang zu den Gottesdiensten begrenzt wird. Die Zahl der zugelassenen Gottesdienstteilnehmer richtet sich nach der Größe des Raumes. „Dabei gilt“, so heißt es in den Rahmenbedingungen, „dass nach allen Seiten hin der von den Behörden empfohlene Mindestabstand (1,50 m) einzuhalten ist“. Familien sollen nicht getrennt werden. Sicherzustellen sei auch, dass beim Betreten und Verlassen der Kirche die Abstandsregeln eingehalten werden. Nach Möglichkeit sollten Zu- und Ausgang durch zwei Zuwege zur Kirche getrennt werden. Es sollten vermehrt Freiluft-Gottesdienste gefeiert werden. Firmfeiern könnten ebenso wie Requien oder Trauergottesdienste in den Kirchen unter Beachtung der Regeln gefeiert werden. „Für Trauerfeiern am Grab bleiben die Anordnungen der örtlichen Behörden maßgeblich, dies gilt auch für die Zahl der Teilnehmenden“, heißt es in den Rahmenbedingungen. Die Übertragung von Gottesdiensten im Internet werde weiter angeboten, damit Personen, die Risikogruppen angehören, leichter zu Hause bleiben könnten. 

Im Blick auf die Austeilung der Kommunion heißt es in den Rahmenbedingungen, dass alle daran beteiligten sich die Hände desinfizieren müssten, bevor sie die Hostien berührten. Den Gläubigen solle „die Kommunion in angemessenem Abstand gereicht“ werden. Die Mundkommunion müsse bis auf weiteres unterbleiben. Die Kommunionordnung müsse so angepasst werden, dass die Gläubigen die Kommunion „im gebotenen Mindestabstand“ empfangen könnten.

„Taufen, Erstkommunionfeiern oder Hochzeiten verlangen wegen ihres besonderen, teils mit engerem physischem Kontakt verbundenen liturgischen Charakters eine besonders sorgfältige Einhaltung der genannten Regeln. Bisweilen empfiehlt sich eine Verschiebung“, wird in den Rahmenbedingungen betont. Beichtgespräche im Beichtstuhl seien nicht möglich: „Die Spendung des Bußsakramentes hat unter Beachtung des Mindestabstandes (1,50 m) sowie der Hygienevorschriften zu erfolgen.“ Für die Seelsorge an Kranken und Heimbewohnern seien weiterhin die jeweiligen örtlichen Bestimmungen einzuhalten. Wo immer es möglich sei, sei „die Seelsorge an kranken, einsamen oder sterbenden Menschen ein vorrangiger Dienst. Dies gilt auch für die Spendung der Krankenkommunion“, wird festgehalten.

Das tägliche Läuten um 19.30 Uhr unterbleibe ab dem 1. Mai schreibt Generalvikar Winterkamp. Zur Frage, wie die Gottesdienste am Fronleichnamsfest (11. Juni) gefeiert werden könnten, werde es noch weitere Informationen geben. Im Blick auf die Feier von Firmungen sollten die Pfarreien Kontakt mit dem jeweiligen Weihbischof oder den anderen Firmspendern aufnehmen. Mund- und Nasenschutz seien für die Gottesdienste nicht verpflichtend. Gottesdienstbesucher mit Mund- und Nasenschutz sollten aber nicht abgewiesen werden. Alle Pfarreien könnten Hand- und Flächendesinfektionsmittel im Bischöflichen Generalvikariat in Münster oder im Kreisdekanatsbüro Borken abholen.

Da das Versammlungs- und Kontaktverbot weiter bis zum 3. Mai gelte, könne zu allen anderen kirchlichen Veranstaltungen, Gremiensitzungen, Gruppentreffen, Verbandsveranstaltungen noch nichts gesagt werden, betont der Generalvikar. Diesbezüglich blieben die Absprachen zwischen der Bundesregierung und den Länderchefs am 30. April abzuwarten. Fachabteilungen im Generalvikariat kümmerten sich derzeit unter anderem um die Themen Ferienfreizeiten, Wochenendveranstaltungen und Fahrten sowie um alle Fragen zum Kita-Bereich, zu den Bischöflichen Schulen und den Bildungshäusern und -foren.

„ Wir müssen jetzt mit den Augen lächeln“

Krankenhaus-Seelsorge im St.-Franziskus-Hospital ist nicht nur für Corona-Patienten da

Ein offenes Ohr, jemand, der zuhört, der da ist: In Corona-Zeiten ist das zu einem hohen Gut geworden. Besonderen Gesprächsbedarf haben Menschen, die im Krankenhaus liegen und aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus keinen Besuch empfangen dürfen. „Die Patientinnen und Patienten sind für unsere Begleitung sensibilisiert und wissen den Kontakt zu uns zu schätzen“, stellt Schwester Verona Eichmanns aus dem Team der Krankenhausseelsorge am St.-Franziskus-Hospital in Münster immer wieder fest. Doch die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung machen es auch ihr und den anderen Teammitgliedern im Haus nicht immer leicht: „Wo Patienten Nähe bräuchten, da muss im Moment auch die Seelsorge notwendigerweise für Selbstschutz und Fremdschutz auf Distanz gehen“, erklärt Kollege Dr. Theo van Gelder.

Schwester Verona, Theo van Gelder sowie Krankenhauspfarrer Prof. Dr. Ulrich Lüke besuchen die Patienten weiter – seit der Corona-Krise allerdings nur auf Nachfrage. „Aber wenn wir gefragt werden, sind wir da“, betont Schwester Verona. Die Franziskanerin betreut eine der Isolierstationen für Corona-Patienten. Zu Hochzeiten wurden bis zu 25 an Covid-19 erkrankte Patienten im St.-Franziskus-Hospital behandelt. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr verzichtet Schwester Verona dort auf Besuche und hält stattdessen telefonisch Kontakt. „Viele Corona-Patienten leiden an Atemproblemen und können nicht lange sprechen“, berichtet sie. Die meisten nähmen Kontakt auf, wenn es ihnen besser geht. „Die lange Isolierung und die körperlichen Strapazen erleben viele als zermürbend, gleichzeitig sind sie dankbar, eine so schwere Krankheit überlebt zu haben“, weiß sie aus vielen Telefonaten.

Schwester Patricia, Prof. Dr. Ulrich Lüke, Elisabeth Frenke, Dr. Theo van Gelder und Schwester Verona (von links) hoffen, dass sie als Team der Krankenhausseelsorge im St.-Franziskus-Hospital in Münster auch bald wieder – wie auf diesem Archivfoto – physisch zusammenkommen können. (Foto: Archiv St.-Franziskus-Hospital)

Was Seelsorge im Kern ausmacht, das bekommt Theo van Gelder in dieser Zeit immer wieder von den Patienten zurückgespiegelt. „Es ist das schlichte Dasein. Mit dem Herzen hören und antworten“, sagt er. „Wir müssen jetzt mit den Augen lächeln“, fügt Schwester Verona auf den Mund-Nasen-Schutz bezogen hinzu. Van Gelder ist es wichtig, auch das medizinische Personal im Blick zu haben. „Die Ärzte und Pflegenden befinden sich in einem Ausnahmezustand und es tut ihnen gut, zu wissen, dass wir da sind und sie sich melden können.“ Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden – angefangen von der Direktion bis hin zu den Pflegestationen – sei enger geworden, sind sich die Seelsorger einig. „Das Gemeinschaftsgefühl als Hospital für die Kranken da zu sein, hat sich verstärkt. Wir ziehen an allen Positionen an einem Strang“, betont Schwester Verona.

Während Schwester Patricia aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe zählt und ihre Kollegen in der Krankenhausseelsorge derzeit besonders durch ihr Gebet unterstützt, nutzt Elisabeth Frenke vor allem das Telefon, um mit den Patienten in Kontakt zu bleiben. Die Pastoralreferentin ist selbst vorerkrankt, muss ihre Sozialkontakte reduzieren und arbeitet überwiegend von zu Hause aus. „Ich bin zusätzlich in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung tätig und habe es gelernt, telefonisch und online zu beraten“, berichtet sie. Elisabeth Frenke betreut unter anderem die Patientinnen der gynäkologischen Station, telefoniert derzeit regelmäßig mit den Eltern von zu früh geborenen Mehrlingen und hat in den vergangenen Wochen schon vier Mütter und ihre Männer begleitet, bei denen eine Schwangerschaft unglücklich endete. Für die Trauerfeier zwei der Kinder und zur Nottaufe eines Frühchens ist sie – unter Wahrung der Schutzmaßnahmen – dann doch ins St.-Franziskus-Hospital gekommen. „Manche Situationen erfordern die physische Präsenz, das sichtbare Dasein“, sagt sie.

Doch auch von ihrem Schreibtisch aus nutzt Elisabeth Frenke die Zeit für die Seelsorge – teilweise in Papierform. Sie bereitet Unterlagen für die Ärztinnen und Ärzte auf zu neuen Richtlinien, die die Unterbringung von verstorbenen Säuglingen und den Umgang mit sogenannten Sternenkindern betreffen, also Kinder, die noch im Mutterleib oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Und auch die Ehrenamtlichen, die die Krankenhausseelsorger sonst unterstützen und die aufgrund des Infektionsrisikos seit Wochen nicht mehr auf den Stationen unterwegs sein dürfen, hat Elisabeth Frenke wieder ins Boot geholt: In Kooperation mit der Ethikbeauftragten Dr. Marita Witteler hat sie den telefonischen Besuchsdienst „Offenes Ohr – Franziskus hört zu“ gegründet. Patienten und Angehörige können sich unter der Nummer 0251 9353599 melden und mit einem Ehrenamtlichen sprechen.

Doch Seelsorge umfasst nicht nur Beratung, sondern auch Gottesdienste und Gebete. Jeden Abend wird in der Kapelle des St.-Franziskus-Hospitals zurzeit ein Gottesdienst gefeiert, der auf alle Zimmer übertragen wird. Auf Wunsch bringen die Seelsorger die Kommunion zu den Patienten. „Ich habe das Gefühl, dass sich dieser Wunsch verstärkt hat“, sagt Schwester Verona. Auch das Angebot, in der geöffneten Kapelle einzeln für sich zu beten, unterstützt von Impulsen, die hinten ausliegen, werde rege wahrgenommen. „Der Bedarf an Seelsorge ist da, nur die Möglichkeiten sind etwas eingeschränkter“, sagt die Krankenhausseelsorgerin. „Da gilt es, kreativ zu werden.“

Sammelstellen für selbstgenähte Behelfsmasken

Informieren Sie sich hier über die zur Zeit 35 Abgabemöglichkeiten im Stadtdekanat und evangelischen Kirchenkreis für selbstgenähte Behelfsmasken: Liste Stadtdekanat / Liste Ev. Kirchenkreis.

Auf der Internetseite maps.maskefuerdich.de finden Sie eine Karte mit allen Sammelstellen, zudem finden Sie dort auch weitere Informationen und Nähanleitungen.

Grafik der Stadt Münster, um über die Maskenpflicht zu informieren.

Auch die Stadt Münster hat Nähanleitungen (auch in verschiedenen Sprachen) und weitere Informationen zu Behelfsmasken zusammengestellt, diese finden Sie hier. Wir empfehlen insbesondere das Nähen von Masken mit Sichtfenster, um Menschen mit einer Höreinschränkung eine Teilhabe zu ermöglichen.

Die in unseren Sammelstellen abgegeben Masken werden über die Stadt Münster an verschieden Apotheken weitergeleitet und dort kostenfrei weitergegeben. Wo genau Sie Masken erhalten können, erfahren Sie an der Corona-Hotline der Stadt Münster, Tel. 0251 492-1077 oder per E-Mail corona@stadt-muenster.de.

„805“ wird mit den Westfälischen Nachrichten verteilt

Ostern fällt nicht aus. Doch wie können Familien, Alleinstehende und Paare, Menschen jeden Alters das höchste Fest der katholischen Kirche zu Hause feiern? Erstmals haben die katholischen Pfarreien im Stadtdekanat Münster ein Magazin erstellt, das Konkretes an die Hand gibt: zum Beispiel das Osterevangelium, Gebetshilfen, einen besonderen Spaziergang durch die Stadt oder Gottesdienstübertragungen im Internet. Es gibt Einblicke darin, warum eine Ordensschwester Expertin für Quarantäne ist und wie eine Großfamilie mit sechs Kindern die Kar- und Ostertage feiert. Das Magazin mit dem Titel „805“ wird am Donnerstag, 9. April, mit den Westfälischen Nachrichten als Beilage verteilt, zudem liegt es in Kirchen und einigen Supermärkten, Apotheken und Bäckereien aus.

Warum die Verantwortlichen dem Magazin den Titel „805“ gegeben haben, erklärt Stadtdechant Jörg Hagemann im Vorwort: „805 begann das christliche Leben hier in Münster mit der Ernennung des heiligen Ludgerus zum ersten Bischof von Münster. Als Christ und als Stadtdechant von Münster glaube ich, dass diese Zahl so etwas sein kann wie ein Hilfsangebot, wie ein Zugangscode.“ Hagemann ermutigt die Menschen im Stadtdekanat, sich auf dieses besondere Osterfest einzulassen: „Trauen Sie sich zu beten, den biblischen Ostertext zu lesen und zu meditieren, zu weinen und zu lachen, allein oder verbunden mit Vielen. Trauen Sie sich, Ostern zu feiern!“

Mit dem gedruckten Magazin als Zeitungsbeilage möchten die katholischen Pfarreien besonders diejenigen ansprechen, die über die digitalen Kanäle nicht erreicht werden. Zusätzlich steht das Magazin im Internet auf der Seite www.805.ms zum Download bereit.

Bischof Genn weiht bei Chrisammesse die liturgischen Öle

Die Verbindung der Christen untereinander und ihren Auftrag in der Welt hat Münsters Bischof Dr. Felix Genn am 6. April in den Mittelpunkt der jährlichen Chrisammesse gestellt. Genn feierte die Messe im St.-Paulus-Dom Münster im Sinne der Eindämmung der Corona-Pandemie ohne Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Viele Gläubige feierten aber per Online-Live-Übertragung des Bistums Münster gedanklich mit.

Bei der Chrisammesse weiht zu Beginn der Karwoche der Bischof die liturgischen Öle für die Spendung der Sakramente. Außerdem erneuern im Rahmen der Chrisammesse für gewöhnlich Bistumspriester und Bischof ihr Weiheversprechen. Dies sowie die anschließende Begegnung des Bischofs mit den Priestern seines Bistum fielen in diesem Jahr aus.

Daran knüpfte der Bischof in seiner Predigt an, indem er sich auf den Gegensatz „ein leerer Dom und gefüllte Gefäße mit Ölen“ bezog. Jedoch: „Im Bewusstsein, dass Sie da sind, füllt sich für mich der Dom“, sagte er zu denjenigen, die die Live-Übertragung verfolgten.

Die vollen Gefäße, die biblischen Tagestexte und die vielen Mitfeiernden „bergen in sich eine Botschaft“, stellte er fest. Zur Spendung der Sakramente würden die geweihten Öle ins Bistum verbreitet werden, „um Menschen in ihrer christlichen Sendung sinnenhaft erleben zu lassen, wozu sie da sind und was ihnen geschenkt ist. Denn Gabe verbindet sich immer mit Aufgabe.“

Aus der Sendung heraus, die sich mit den Ölen verbinde, seien derzeit viele Menschen für andere da. Stellvertretend dankte Genn Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Engagierten aus Nachbarschaftshilfen sowie Seelsorgerinnen und Seelsorgern. „Wir spüren, dass etwas von diesem Chrisam überfließt auf Menschen, die nicht so sehr mit Glaube und Kirche in Verbindung stehen“, sagte er. Diese Wirkung brauche die Gesandten, die Getauften, die Gefirmten. 

In Anlehnung an ein päpstliches Schreiben sagte der Bischof, dass man in schwierigen Zeiten in Gefahr sei, vor Trauer die Dankbarkeit zu vergessen. Diese Dankbarkeit wolle er zum Ausdruck bringen und zugleich „die Freude, dass zwar der Dom leer ist, dass aber die Sendung gefällt ist durch viele, die weit über diesen Raum hinaus gehen.“ Mit ihnen allen wisse er sich verbunden, die Gott „zu Königen und Priestern gemacht“ habe. „So sind wir verbunden, wir gehören zum Münsteraner Chrisam“, sagte der Bischof, einen Sprachgebrauch seiner Trierischen Heimat aufgreifen, „lassen wir uns durch diesen Gottesdienst in Dankbarkeit stärken, die größer sein kann als alle Traurigkeit, weil der Herr uns gesalbt hat.“ 

Die Weihe der Öle nahm Genn umständehalber allein vor. Normalerweise hätten Dechanten und Definitoren aus verschiedenen Regionen des Bistums die Öle an den Altar gebracht und außerdem mit Genn die Messe zelebriert, um so die Verbundenheit des Bischofs mit den Priestern seines Bistums auszudrücken. Geweiht wurden das Katechumenen-Öl, mit dem Erwachsene gesalbt und so als Taufbewerber zugelassen werden, das Öl für die Krankensalbung sowie das Chrisam für Taufen, Firmungen, Priester- und Bischofsweihen.