Gottesdienste ab dem 1. Mai wieder möglich

Generalvikar Winterkamp bittet um Einhaltung der Rahmenbedingungen

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat am 23. April mitgeteilt, dass ab dem 1. Mai die Feier von Gottesdiensten mit Beteiligung von Gläubigen wieder möglich ist. Hierzu wurden eine Reihe von Rahmenbedingungen festgesetzt. In einem Schreiben an die Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie die weiteren Mitarbeitenden im Bistum Münster hat Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am Abend des 23. April dringend darum gebeten, die Rahmenbedingungen einzuhalten, „damit uns die Möglichkeit zur Feier von Gottesdiensten mit der Gemeinde nicht wieder verloren geht“. „Gerade in der Freude über die veränderte Situation“ sei die Beachtung der Rahmenbedingungen unbedingt erforderlich.

Zu diesen Rahmenbedingungen gehört es unter anderem, dass der Zugang zu den Gottesdiensten begrenzt wird. Die Zahl der zugelassenen Gottesdienstteilnehmer richtet sich nach der Größe des Raumes. „Dabei gilt“, so heißt es in den Rahmenbedingungen, „dass nach allen Seiten hin der von den Behörden empfohlene Mindestabstand (1,50 m) einzuhalten ist“. Familien sollen nicht getrennt werden. Sicherzustellen sei auch, dass beim Betreten und Verlassen der Kirche die Abstandsregeln eingehalten werden. Nach Möglichkeit sollten Zu- und Ausgang durch zwei Zuwege zur Kirche getrennt werden. Es sollten vermehrt Freiluft-Gottesdienste gefeiert werden. Firmfeiern könnten ebenso wie Requien oder Trauergottesdienste in den Kirchen unter Beachtung der Regeln gefeiert werden. „Für Trauerfeiern am Grab bleiben die Anordnungen der örtlichen Behörden maßgeblich, dies gilt auch für die Zahl der Teilnehmenden“, heißt es in den Rahmenbedingungen. Die Übertragung von Gottesdiensten im Internet werde weiter angeboten, damit Personen, die Risikogruppen angehören, leichter zu Hause bleiben könnten. 

Im Blick auf die Austeilung der Kommunion heißt es in den Rahmenbedingungen, dass alle daran beteiligten sich die Hände desinfizieren müssten, bevor sie die Hostien berührten. Den Gläubigen solle „die Kommunion in angemessenem Abstand gereicht“ werden. Die Mundkommunion müsse bis auf weiteres unterbleiben. Die Kommunionordnung müsse so angepasst werden, dass die Gläubigen die Kommunion „im gebotenen Mindestabstand“ empfangen könnten.

„Taufen, Erstkommunionfeiern oder Hochzeiten verlangen wegen ihres besonderen, teils mit engerem physischem Kontakt verbundenen liturgischen Charakters eine besonders sorgfältige Einhaltung der genannten Regeln. Bisweilen empfiehlt sich eine Verschiebung“, wird in den Rahmenbedingungen betont. Beichtgespräche im Beichtstuhl seien nicht möglich: „Die Spendung des Bußsakramentes hat unter Beachtung des Mindestabstandes (1,50 m) sowie der Hygienevorschriften zu erfolgen.“ Für die Seelsorge an Kranken und Heimbewohnern seien weiterhin die jeweiligen örtlichen Bestimmungen einzuhalten. Wo immer es möglich sei, sei „die Seelsorge an kranken, einsamen oder sterbenden Menschen ein vorrangiger Dienst. Dies gilt auch für die Spendung der Krankenkommunion“, wird festgehalten.

Das tägliche Läuten um 19.30 Uhr unterbleibe ab dem 1. Mai schreibt Generalvikar Winterkamp. Zur Frage, wie die Gottesdienste am Fronleichnamsfest (11. Juni) gefeiert werden könnten, werde es noch weitere Informationen geben. Im Blick auf die Feier von Firmungen sollten die Pfarreien Kontakt mit dem jeweiligen Weihbischof oder den anderen Firmspendern aufnehmen. Mund- und Nasenschutz seien für die Gottesdienste nicht verpflichtend. Gottesdienstbesucher mit Mund- und Nasenschutz sollten aber nicht abgewiesen werden. Alle Pfarreien könnten Hand- und Flächendesinfektionsmittel im Bischöflichen Generalvikariat in Münster oder im Kreisdekanatsbüro Borken abholen.

Da das Versammlungs- und Kontaktverbot weiter bis zum 3. Mai gelte, könne zu allen anderen kirchlichen Veranstaltungen, Gremiensitzungen, Gruppentreffen, Verbandsveranstaltungen noch nichts gesagt werden, betont der Generalvikar. Diesbezüglich blieben die Absprachen zwischen der Bundesregierung und den Länderchefs am 30. April abzuwarten. Fachabteilungen im Generalvikariat kümmerten sich derzeit unter anderem um die Themen Ferienfreizeiten, Wochenendveranstaltungen und Fahrten sowie um alle Fragen zum Kita-Bereich, zu den Bischöflichen Schulen und den Bildungshäusern und -foren.

„ Wir müssen jetzt mit den Augen lächeln“

Krankenhaus-Seelsorge im St.-Franziskus-Hospital ist nicht nur für Corona-Patienten da

Ein offenes Ohr, jemand, der zuhört, der da ist: In Corona-Zeiten ist das zu einem hohen Gut geworden. Besonderen Gesprächsbedarf haben Menschen, die im Krankenhaus liegen und aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus keinen Besuch empfangen dürfen. „Die Patientinnen und Patienten sind für unsere Begleitung sensibilisiert und wissen den Kontakt zu uns zu schätzen“, stellt Schwester Verona Eichmanns aus dem Team der Krankenhausseelsorge am St.-Franziskus-Hospital in Münster immer wieder fest. Doch die Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung machen es auch ihr und den anderen Teammitgliedern im Haus nicht immer leicht: „Wo Patienten Nähe bräuchten, da muss im Moment auch die Seelsorge notwendigerweise für Selbstschutz und Fremdschutz auf Distanz gehen“, erklärt Kollege Dr. Theo van Gelder.

Schwester Verona, Theo van Gelder sowie Krankenhauspfarrer Prof. Dr. Ulrich Lüke besuchen die Patienten weiter – seit der Corona-Krise allerdings nur auf Nachfrage. „Aber wenn wir gefragt werden, sind wir da“, betont Schwester Verona. Die Franziskanerin betreut eine der Isolierstationen für Corona-Patienten. Zu Hochzeiten wurden bis zu 25 an Covid-19 erkrankte Patienten im St.-Franziskus-Hospital behandelt. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr verzichtet Schwester Verona dort auf Besuche und hält stattdessen telefonisch Kontakt. „Viele Corona-Patienten leiden an Atemproblemen und können nicht lange sprechen“, berichtet sie. Die meisten nähmen Kontakt auf, wenn es ihnen besser geht. „Die lange Isolierung und die körperlichen Strapazen erleben viele als zermürbend, gleichzeitig sind sie dankbar, eine so schwere Krankheit überlebt zu haben“, weiß sie aus vielen Telefonaten.

Schwester Patricia, Prof. Dr. Ulrich Lüke, Elisabeth Frenke, Dr. Theo van Gelder und Schwester Verona (von links) hoffen, dass sie als Team der Krankenhausseelsorge im St.-Franziskus-Hospital in Münster auch bald wieder – wie auf diesem Archivfoto – physisch zusammenkommen können. (Foto: Archiv St.-Franziskus-Hospital)

Was Seelsorge im Kern ausmacht, das bekommt Theo van Gelder in dieser Zeit immer wieder von den Patienten zurückgespiegelt. „Es ist das schlichte Dasein. Mit dem Herzen hören und antworten“, sagt er. „Wir müssen jetzt mit den Augen lächeln“, fügt Schwester Verona auf den Mund-Nasen-Schutz bezogen hinzu. Van Gelder ist es wichtig, auch das medizinische Personal im Blick zu haben. „Die Ärzte und Pflegenden befinden sich in einem Ausnahmezustand und es tut ihnen gut, zu wissen, dass wir da sind und sie sich melden können.“ Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden – angefangen von der Direktion bis hin zu den Pflegestationen – sei enger geworden, sind sich die Seelsorger einig. „Das Gemeinschaftsgefühl als Hospital für die Kranken da zu sein, hat sich verstärkt. Wir ziehen an allen Positionen an einem Strang“, betont Schwester Verona.

Während Schwester Patricia aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe zählt und ihre Kollegen in der Krankenhausseelsorge derzeit besonders durch ihr Gebet unterstützt, nutzt Elisabeth Frenke vor allem das Telefon, um mit den Patienten in Kontakt zu bleiben. Die Pastoralreferentin ist selbst vorerkrankt, muss ihre Sozialkontakte reduzieren und arbeitet überwiegend von zu Hause aus. „Ich bin zusätzlich in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung tätig und habe es gelernt, telefonisch und online zu beraten“, berichtet sie. Elisabeth Frenke betreut unter anderem die Patientinnen der gynäkologischen Station, telefoniert derzeit regelmäßig mit den Eltern von zu früh geborenen Mehrlingen und hat in den vergangenen Wochen schon vier Mütter und ihre Männer begleitet, bei denen eine Schwangerschaft unglücklich endete. Für die Trauerfeier zwei der Kinder und zur Nottaufe eines Frühchens ist sie – unter Wahrung der Schutzmaßnahmen – dann doch ins St.-Franziskus-Hospital gekommen. „Manche Situationen erfordern die physische Präsenz, das sichtbare Dasein“, sagt sie.

Doch auch von ihrem Schreibtisch aus nutzt Elisabeth Frenke die Zeit für die Seelsorge – teilweise in Papierform. Sie bereitet Unterlagen für die Ärztinnen und Ärzte auf zu neuen Richtlinien, die die Unterbringung von verstorbenen Säuglingen und den Umgang mit sogenannten Sternenkindern betreffen, also Kinder, die noch im Mutterleib oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Und auch die Ehrenamtlichen, die die Krankenhausseelsorger sonst unterstützen und die aufgrund des Infektionsrisikos seit Wochen nicht mehr auf den Stationen unterwegs sein dürfen, hat Elisabeth Frenke wieder ins Boot geholt: In Kooperation mit der Ethikbeauftragten Dr. Marita Witteler hat sie den telefonischen Besuchsdienst „Offenes Ohr – Franziskus hört zu“ gegründet. Patienten und Angehörige können sich unter der Nummer 0251 9353599 melden und mit einem Ehrenamtlichen sprechen.

Doch Seelsorge umfasst nicht nur Beratung, sondern auch Gottesdienste und Gebete. Jeden Abend wird in der Kapelle des St.-Franziskus-Hospitals zurzeit ein Gottesdienst gefeiert, der auf alle Zimmer übertragen wird. Auf Wunsch bringen die Seelsorger die Kommunion zu den Patienten. „Ich habe das Gefühl, dass sich dieser Wunsch verstärkt hat“, sagt Schwester Verona. Auch das Angebot, in der geöffneten Kapelle einzeln für sich zu beten, unterstützt von Impulsen, die hinten ausliegen, werde rege wahrgenommen. „Der Bedarf an Seelsorge ist da, nur die Möglichkeiten sind etwas eingeschränkter“, sagt die Krankenhausseelsorgerin. „Da gilt es, kreativ zu werden.“

Sammelstellen für selbstgenähte Behelfsmasken

Informieren Sie sich hier über die zur Zeit 35 Abgabemöglichkeiten im Stadtdekanat und evangelischen Kirchenkreis für selbstgenähte Behelfsmasken: Liste Stadtdekanat / Liste Ev. Kirchenkreis.

Auf der Internetseite maps.maskefuerdich.de finden Sie eine Karte mit allen Sammelstellen, zudem finden Sie dort auch weitere Informationen und Nähanleitungen.

Grafik der Stadt Münster, um über die Maskenpflicht zu informieren.

Auch die Stadt Münster hat Nähanleitungen (auch in verschiedenen Sprachen) und weitere Informationen zu Behelfsmasken zusammengestellt, diese finden Sie hier. Wir empfehlen insbesondere das Nähen von Masken mit Sichtfenster, um Menschen mit einer Höreinschränkung eine Teilhabe zu ermöglichen.

Die in unseren Sammelstellen abgegeben Masken werden über die Stadt Münster an verschieden Apotheken weitergeleitet und dort kostenfrei weitergegeben. Wo genau Sie Masken erhalten können, erfahren Sie an der Corona-Hotline der Stadt Münster, Tel. 0251 492-1077 oder per E-Mail corona@stadt-muenster.de.

„805“ wird mit den Westfälischen Nachrichten verteilt

Ostern fällt nicht aus. Doch wie können Familien, Alleinstehende und Paare, Menschen jeden Alters das höchste Fest der katholischen Kirche zu Hause feiern? Erstmals haben die katholischen Pfarreien im Stadtdekanat Münster ein Magazin erstellt, das Konkretes an die Hand gibt: zum Beispiel das Osterevangelium, Gebetshilfen, einen besonderen Spaziergang durch die Stadt oder Gottesdienstübertragungen im Internet. Es gibt Einblicke darin, warum eine Ordensschwester Expertin für Quarantäne ist und wie eine Großfamilie mit sechs Kindern die Kar- und Ostertage feiert. Das Magazin mit dem Titel „805“ wird am Donnerstag, 9. April, mit den Westfälischen Nachrichten als Beilage verteilt, zudem liegt es in Kirchen und einigen Supermärkten, Apotheken und Bäckereien aus.

Warum die Verantwortlichen dem Magazin den Titel „805“ gegeben haben, erklärt Stadtdechant Jörg Hagemann im Vorwort: „805 begann das christliche Leben hier in Münster mit der Ernennung des heiligen Ludgerus zum ersten Bischof von Münster. Als Christ und als Stadtdechant von Münster glaube ich, dass diese Zahl so etwas sein kann wie ein Hilfsangebot, wie ein Zugangscode.“ Hagemann ermutigt die Menschen im Stadtdekanat, sich auf dieses besondere Osterfest einzulassen: „Trauen Sie sich zu beten, den biblischen Ostertext zu lesen und zu meditieren, zu weinen und zu lachen, allein oder verbunden mit Vielen. Trauen Sie sich, Ostern zu feiern!“

Mit dem gedruckten Magazin als Zeitungsbeilage möchten die katholischen Pfarreien besonders diejenigen ansprechen, die über die digitalen Kanäle nicht erreicht werden. Zusätzlich steht das Magazin im Internet auf der Seite www.805.ms zum Download bereit.

Bischof Genn weiht bei Chrisammesse die liturgischen Öle

Die Verbindung der Christen untereinander und ihren Auftrag in der Welt hat Münsters Bischof Dr. Felix Genn am 6. April in den Mittelpunkt der jährlichen Chrisammesse gestellt. Genn feierte die Messe im St.-Paulus-Dom Münster im Sinne der Eindämmung der Corona-Pandemie ohne Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Viele Gläubige feierten aber per Online-Live-Übertragung des Bistums Münster gedanklich mit.

Bei der Chrisammesse weiht zu Beginn der Karwoche der Bischof die liturgischen Öle für die Spendung der Sakramente. Außerdem erneuern im Rahmen der Chrisammesse für gewöhnlich Bistumspriester und Bischof ihr Weiheversprechen. Dies sowie die anschließende Begegnung des Bischofs mit den Priestern seines Bistum fielen in diesem Jahr aus.

Daran knüpfte der Bischof in seiner Predigt an, indem er sich auf den Gegensatz „ein leerer Dom und gefüllte Gefäße mit Ölen“ bezog. Jedoch: „Im Bewusstsein, dass Sie da sind, füllt sich für mich der Dom“, sagte er zu denjenigen, die die Live-Übertragung verfolgten.

Die vollen Gefäße, die biblischen Tagestexte und die vielen Mitfeiernden „bergen in sich eine Botschaft“, stellte er fest. Zur Spendung der Sakramente würden die geweihten Öle ins Bistum verbreitet werden, „um Menschen in ihrer christlichen Sendung sinnenhaft erleben zu lassen, wozu sie da sind und was ihnen geschenkt ist. Denn Gabe verbindet sich immer mit Aufgabe.“

Aus der Sendung heraus, die sich mit den Ölen verbinde, seien derzeit viele Menschen für andere da. Stellvertretend dankte Genn Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Engagierten aus Nachbarschaftshilfen sowie Seelsorgerinnen und Seelsorgern. „Wir spüren, dass etwas von diesem Chrisam überfließt auf Menschen, die nicht so sehr mit Glaube und Kirche in Verbindung stehen“, sagte er. Diese Wirkung brauche die Gesandten, die Getauften, die Gefirmten. 

In Anlehnung an ein päpstliches Schreiben sagte der Bischof, dass man in schwierigen Zeiten in Gefahr sei, vor Trauer die Dankbarkeit zu vergessen. Diese Dankbarkeit wolle er zum Ausdruck bringen und zugleich „die Freude, dass zwar der Dom leer ist, dass aber die Sendung gefällt ist durch viele, die weit über diesen Raum hinaus gehen.“ Mit ihnen allen wisse er sich verbunden, die Gott „zu Königen und Priestern gemacht“ habe. „So sind wir verbunden, wir gehören zum Münsteraner Chrisam“, sagte der Bischof, einen Sprachgebrauch seiner Trierischen Heimat aufgreifen, „lassen wir uns durch diesen Gottesdienst in Dankbarkeit stärken, die größer sein kann als alle Traurigkeit, weil der Herr uns gesalbt hat.“ 

Die Weihe der Öle nahm Genn umständehalber allein vor. Normalerweise hätten Dechanten und Definitoren aus verschiedenen Regionen des Bistums die Öle an den Altar gebracht und außerdem mit Genn die Messe zelebriert, um so die Verbundenheit des Bischofs mit den Priestern seines Bistums auszudrücken. Geweiht wurden das Katechumenen-Öl, mit dem Erwachsene gesalbt und so als Taufbewerber zugelassen werden, das Öl für die Krankensalbung sowie das Chrisam für Taufen, Firmungen, Priester- und Bischofsweihen.

Maria-Stiftung unterstützt bedürftige Studierende mit 100.000 Euro

Viele Studierende trifft die Corona-Krise schwer: Ihre Einnahmen durch Nebenjobs fallen weg, Anspruch auf Kurzarbeit haben sie in der Regel nicht. Mit der Verzweiflung vieler Studierenden wird in diesen Tagen auch die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) in Münster konfrontiert. „Uns erreichen täglich Anrufe von Studierenden, die sich akut in einer finanziellen Notlage befinden“, berichtet Anna Hürten, die als Sozialarbeiterin der KSHG deutsche und internationale Studierende in sozialen Notlagen berät. Jetzt kann die KSHG kurzfristig Abhilfe schaffen: Dank einer Zuweisung der Maria-Stiftung in Höhe von 100.000 Euro können Studierende schnell und unbürokratisch finanziell unterstützt werden.

Die 1892 errichtete Stiftung unterstützt das vom Caritasverband der Stadt Münster betriebene Altenzentrum „Maria-Hötte-Stift“ gegenüber dem Clemenshospital. Eine Nähe zur Zielgruppe der Studierenden gab es jedoch schon immer: Die Stiftung errichtete 1964 das Fürstin-von-Gallitzin-Wohnheim für Studentinnen in der Frauenstraße – derselben Straße, in der die KSHG heute ihren Sitz hat. 1991 übertrug die Maria-Stiftung das Wohnheim dem Bischöflichen Generalvikariat. Weil die Satzung bis heute außerdem die Unterstützung von bedürftigen Studierenden vorsieht, lässt die Stiftung der KSHG für diesen Zweck jährlich 15.000 Euro zukommen.

„Aufgrund der besonderen Umstände und der wachsenden Not unter den Studierenden haben wir uns entschieden, außerplanmäßig zusätzlich 100.000 Euro zur Verfügung zu stellen“, erklärt Christian Meyer vom Vorstand der Maria-Stiftung, der unter anderen auch Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp angehört. Die KSHG habe ein transparentes, unkompliziertes und faires Vergabeverfahren entwickelt, nicht benötigte Mittel würden an die Maria-Stiftung zurückgezahlt. „Es soll allerdings das letzte Mittel für eine finanzielle Hilfe sein“, formuliert Meyer eine Bedingung der Stiftung. Zunächst solle die staatliche Unterstützung ausgeschöpft werden. „Wenn jemand Anrecht auf Bafög hat, soll er Gebrauch davon machen.“

Die KSHG ist dankbar für die „ausgesprochen schnelle und großzügige Unterstützung der Maria-Stiftung. „Schon unter normalen Umständen werden die finanziellen Mittel der KSHG für diesen Zweck jedes Jahr restlos ausgeschöpft“, berichtet Anna Hürten. Situationen wie die aktuelle seien da nicht eingeplant. „Dank der finanziellen Unterstützung können wir weiterhin bedarfsorientiert beraten, ohne jemanden zurücklassen zu müssen“, sagt die Sozialarbeiterin.

Grundlegendes Kriterium für die KSHG ist Bedürftigkeit. „Wir kontrollieren keine Noten oder ähnliches“, versichert Anna Hürten. Mit allen Studierenden, die sich melden, wird ein Termin für eine telefonische Beratung vereinbart. Bis dahin müssen sie der KSHG bestimmte Unterlagen zukommen lassen: eine Kopie des Personal- und des Studierendenausweises, eine Aufstellung der monatlichen Kosten und die Kontoauszüge der vergangenen zwölf Wochen. „Mit dieser Einsicht überzeugen wir uns, dass Studierende nicht von mehreren Stellen gleichzeitig Unterstützung erhalten“, erklärt Anna Hürten. Liegt nach der Beratung der Beschluss für eine finanzielle Unterstützung vor, erhalten die Studierenden zwei Monatsraten in Höhe von jeweils 450 Euro, in Härtefällen von 650 Euro. 

Studierende, die sich in einer finanzieller Notlage befinden, können sich bei der KSHG Münster melden unter Telefon 0251 495 19 000 oder Mail an kshg@bistum-muenster.

Corona: Maßnahmen des Bistums Münster gelten vorerst bis 1. Mai

Da die Bundesregierung und die Länderregierungen erst in der Osterwoche das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus festlegen werden, hat das Bistum Münster derzeit geltende Maßnahmen vorerst bis zum 1. Mai verlängert. Dies hat Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am 2. April in einer Mail an Mitarbeitende und Kirchengemeinden mitgeteilt. 

Konkret bedeutet dies unter anderem, dass bis dahin keine Gottesdienste und ähnliche Feiern stattfinden dürfen. Auch Erstkommunionfeiern, Firmungen, Taufen und Trauungen sowie sonstige Feste und Veranstaltungen sind zu verschieben. Bei Trauerfeiern, die im Freien stattfinden sollen, sind weiterhin nur höchstens 20 Personen zugelassen, unter Beachtung der nötigen Hygienevorschriften.

Beibehalten wird bis mindestens 1. Mai auch das tägliche Glockenläuten aller Kirchenglocken im Bistum um 19.30 Uhr als Zeichen einer bleibenden Gebetsgemeinschaft. Die Kirchen sollten darüber hinaus nach Möglichkeit weiter zum persönlichen Gebet geöffnet bleiben. Ebenso soll die Seelsorge – im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten – aufrecht erhalten werden. Über besondere Angebote in dieser Zeit informiert das Bistum Münster im Internet unter www.bistum-muenster.de/seelsorge_corona/ .

Winterkamp weist abschließend darauf hin, dass über den 1. Mai hinaus zurzeit keine Aussagen getroffen werden können. Dies betreffe beispielsweise im Sommer geplante Ferienmaßnahmen. Der Generalvikar bittet um Verständnis, dass angesichts der sich täglich ändernden Situation keine längerfristigen Aussagen möglich sind.

Ökumenisches Osterläuten

Am Ostersonntag, 12. April, sollen in den evangelischen und katholischen Kirchen Nordrhein-Westfalens von 9.30 bis 9.45 Uhr die Glocken läuten. Dazu rufen die drei Landeskirchen und die fünf Bistümer im Bundesland ihre Gemeinden auf.

Das ökumenische Geläut soll gerade in Zeiten der Corona-Krise die österliche Freude über den Sieg des Lebens zum Ausdruck bringen. Nachdem keine regulären Gottesdienste möglich sind, ist dieses gemeinsame Zeichen am höchsten christlichen Fest umso wichtiger. Deshalb ergeht der Aufruf in der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Lippischen Landeskirche ebenso wie im Erzbistum Paderborn, im Erzbistum Köln und in den Bistümern Münster, Essen und Aachen. Insgesamt gehören dazu rund zwölf Millionen katholische und evangelische Christen.

Unterricht am Gymnasium St. Mauritz läuft über Bistumsplattform weiter

Die Konsistenz kann Judith Hölscher auf Grundlage des Fotos nicht endgültig beurteilen, Form und Farbe der Butter aber sagen der Lehrerin für Ernährungslehre am Gymnasium St. Mauritz in Münster zu. Obwohl die Türen des Bischöflichen Gymnasiums seit mehr als zwei Wochen verschlossen sind – der Unterricht geht weiter. Judith Hölscher, die außerdem noch Englisch und Biologie unterrichtet, lässt ihre Schülerinnen und Schüler dabei gerne experimentieren. Was liegt näher, als beim Thema Fette ihre Sechstklässler aufzufordern, selbst Butter herzustellen? „Das passt sogar gerade ganz gut, denn die Schulküche wird renoviert“, fügt sie lachend hinzu. Glücklicherweise klappt nicht nur der praktische Teil des Unterrichts so reibungslos. Bekannten Stoff wiederholen, Aufgaben stellen, Lösungswege überprüfen – wie alle 32 Bischöfliche Schulen arbeitet das Gymnasium St. Mauritz mit der Bistumsplattform „schulbistum“. 

In dem System hat jede Klasse ihren digitalen „Raum“, kommuniziert wird per Mail, Messenger oder Chat. Auch eine Konferenzfunktion ist seit kurzem verfügbar. Außerdem können Lehrende und Lernende Dateien bearbeiten und ablegen. Daneben besteht die Möglichkeit, Schultermine zu koordinieren sowie Geräte und Räume zu verwalten. Die Kolleginnen und Kollegen, die sich bisher mit der Bedienung des Programms schwer taten, wurden unmittelbar nach der Schließung des Schulbetriebs von Gregor Bernhart, dem stellvertretenden Schulleiter, und einem kleinen Kollegenteam geschult. Der Lehrer für Biologie und Sozialwissenschaften hat „schulbistum“ vor acht Jahren mitentwickelt. „Wir nutzen das System schon lange“, sagt Bernhart. „Der einzige Unterschied ist, dass jetzt gerade alle Lehrerinnen und Lehrer ihren Unterricht über die Plattform organisieren.“

Schon lange vor der Corona-Krise war das Bistum Münster als Schulträger visionär unterwegs. „Der Gedanke meiner Vorgänger war es, pädagogische Aktivitäten zu vernetzen – auch schulübergreifend –, das Lernen mit digitalen Medien zu fördern und teamorientiertes Arbeiten zu unterstützen“, erklärt Judith Henke-Imgrund aus der Abteilung Katholische Schulen im Bischöflichen Generalvikariat (BGV). Bereits 2012 ging die Lernplattform „schulbistum“ an den Start, seit 2013 wird sie von allen Bistumsschulen genutzt. „Wir waren in NRW meines Wissens der erste Träger, der eine solche Plattform flächendeckend für seine Schulen angeboten hat“, weiß die Fachfrau.

Judith Hölscher hat ihren Unterricht seit der Schulschließung als Wochenaufgabe bei „schulbistum“ angelegt. „Die Schüler haben genau eine Woche Zeit zur Bearbeitung, dann stelle ich die Musterlösungen online“, erklärt die Lehrerin. Ihr eigenes Material ergänzt sie um Audiodateien oder Lernvideos. Die Lösungen der Aufgaben laden ihre Schüler wieder hoch, Judith Hölscher überprüft die Ergebnisse. „Ich kann über die Plattform verfolgen, wer wann welche Aufgaben runterlädt, um sie zu bearbeiten“, erklärt sie. Passiere das lange nicht, hakt sie über den Chat nach. „Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, den Kontakt zu den Schülern zu halten“, sagt die Lehrerin.

Die Anforderungen und Bedürfnisse seien dabei unterschiedlich. So bräuchten ihre beiden Abiturkurse vor allem ein Gefühl von Sicherheit. „Wir klären beim regelmäßigen Videounterricht Fragen, die beim Lernen aufkommen, außerdem simulieren wir mündliche Abiturprüfungen“, beschreibt Judith Hölscher. Der digitale Unterricht für die Unterstufe habe dabei eher Projektcharakter. „Ich habe für meine Biologieklasse eine virtuelle Forscherbox mit einer Materialliste angelegt, so dass die Schülerinnen und Schüler selbst kleine Forscheraufträge ausführen können.“ Das Ergebnis wird der Lehrerin per Foto zugeschickt, wie das Bild von der Butter, das sie gerade begutachtet hat.

Nicht nur am Gymnasium St. Mauritz blieb das „Corona-Chaos“ aufgrund der etablierten Infrastruktur aus. „Aus unserer Sicht ist die Umstellung des Präsenzunterrichts zum Unterricht in digitaler Form an den Bischöflichen Schulen größtenteils reibungslos verlaufen“, berichtet Judith Henke-Imgrund. Genutzt wird die Plattform jetzt intensiver: „In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Datenmenge auf der Plattform nahezu verdoppelt“, beobachtet sie einen Trend. Verzögerung habe es anfangs einzig durch die technische Überlastung des Systems gegeben: „schulbistum“ wird von der Firma DigiOnline betrieben, die mehrere Schulplattformen verantwortet. Durch die „Spontandigitalisierung im Bildungsbereich“ gebe es mehr Nutzer, mehr Mails – der Internetprovider muss aufrüsten. „Aber auch das wird täglich besser“, freut sich Judith Henke-Imgrund.

Tröstliche Sonntagspredigt von Bischof Felix Genn

Über eine biblische Geschichte, die „viele Fragen aufwirft, aber auch Trost zu spenden vermag“, hat am 29. März Bischof Dr. Felix Genn gepredigt und daraus Tröstliches für die gegenwärtige Situation abgeleitet. Der Bischof äußerte sich während einer Heiligen Messe im St.-Paulus-Dom Münster. Dabei waren wegen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus keine Besucherinnen und Besucher anwesend. Die Messe wurde aber vom Bistum Münster online live übertragen.

Das Evangelium des Sonntags, den die Kirche als Passionssonntag begeht, schilderte die Auferweckung des jungen Lazarus von den Toten durch Jesus Christus. Die Erzählung passe in die aktuelle, von der Corona-Krise geprägt Situation: „Die Macht des Todes ist spürbar in der ganzen Welt, die Fesseln des Todes umringen auch uns“, sagte der Bischof und ergänzte: „Isolation ist auch einen Form des Todes und des Sterbens. Ein wenig spüren wir das, trotz allem, was wir vermögen und können.“

Bei der Frage, wie Trost in dieser Situation gelingen könne, verwies Genn auf die Schwestern des Lazarus. Deren Anfrage an Jesus „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre er nicht gestorben“ entspreche der Frage vieler Menschen, wo Gott im Hier und Heute sei. 

Das Evangelium stelle sich dieser Frage. Mit der Auferweckung des Lazarus wolle Jesus seine Botschaft von der Auferstehung unterstreichen, er wolle „zum Glauben wecken und sagen: Ja, ich bin da, und ich bin so da, dass ihr nicht auf Dauer im Tod bleibt.“ Jesus sei da, um die Fesseln des Todes zu lösen, das begingen Christen an Ostern.

Wie Lazarus‘ Schwestern frage Jesus alle Menschen, ob sie das glauben. „Sich darauf einzulassen ist die Herausforderung in dieser Stunde“, sagte der Bischof. Jesus habe die Macht des Todes mit göttlicher Kraft gebrochen, aber nicht, in dem er mit einem Fingerschnippen das Paradies geschaffen habe, sondern „indem er selbst in den Abgrund des Todes hineingeht.“

Dass Jesus selbst erschüttert sei, weil der Mensch dem Tod ausgesetzt ist, zeige den „Grund, aus dem Gott sich in diesem Menschen Jesus Christus für die Welt engagiert: weil er ergrimmt ist über die Macht des Todes und sie nicht mit einem Wunder ausräumen will, sondern indem er selbst hineingeht und so einen Raum eröffnet, aus dem man Hoffnung und Liebe und Glauben schöpfen kann.“ In dieser Botschaft liege ein Potenzial der Hoffnung: „Wir können erwarten, dass wir aus dieser Krise herauskommen, aber wir können auch hoffen, dass wir einmal aus allen Lebenskrisen herausfinden.“ Darin liege zugleich das Potenzial der Liebe, die etwa Ärzte und Pflegende als „Schützer des Lebens“ derzeit über ihre Kraft hinaus aufbrächten. Dieses Potenzial reiche weit über Grenzen von Kirche hinaus und wolle hinein in die Herzen vieler, weil alle spüren könnten, dass jetzt tiefste Menschlichkeit notwendig sei.