Hilfe für gestresste Familien

Familien stehen auch in Münster wegen der Corona-Pandemie seit Wochen vor neuen und großen Herausforderungen. Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen sind geschlossen, eine Rückkehr in den Regelbetrieb ist nicht absehbar. Viele Eltern arbeiten im Home-Office und müssen gleichzeitig  ihre Kinder unterrichten, betreuen und für Freizeitangebote sorgen. Und das täglich, rund um die Uhr.  Da liegen schnell die Nerven bei allen Familienmitgliedern blank. Existenzsorgen, eine kleine Wohnung ohne Garten können den Stresspegel noch weiter erhöhen.

Hier ist schnelle Hilfe gefragt, die ab Donnerstag, 7. Mai, eine Hotline für gestresste Familien bietet. Unter der Telefonnummer 0251/39 58 896 sind Expertinnen und Experten der Erziehungsberatungsstellen in Münster an sieben Tagen von 10 bis 22 Uhr für alle Themen erreichbar. Caritas, das Beratungszentrum der Diakonie und die Beratungsstelle Südviertel haben in Kooperation mit dem Amt für Kinder und Familien der Stadt Münster diesen Zusammenschluss gewählt, um in diesen außergewöhnlichen Zeiten alle Familienmitglieder bestmöglich zu unterstützen.  Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse Familienberatung.ms.

EFL in Münster bietet täglich offene Sprechstunde

Die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) des Bistums in Münster erweitert ihr Angebot angesichts der Corona-Krise: Mit einer offenen Telefonsprechstunde möchten die Beraterinnen und Berater fachliche Unterstützung in der aktuellen Situation bieten. Montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und freitags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr können Einzelne, Paare und Familien telefonisch Rat suchen.

„Gerade in der derzeitigen Krisensituation sind viele Menschen zusätzlich verunsichert“, sagt Ursula Demmel, Leiterin der münsterischen Beratungsstelle. Damit nähmen auch die Probleme in Paarbeziehungen oder innerhalb der Familie zu. Hinzu kämen besondere Herausforderungen durch isolierte Lebenssituationen, weniger soziale Kontakte und zunehmende finanzielle Sorgen.

Die tägliche Telefonsprechstunde ergänzt das fortlaufende Angebot der EFL. Zwar sind Gruppentreffen und Veranstaltungen zum Schutz der Ratsuchenden bistumsweit bis zum 19. April abgesagt, telefonische Beratung und Online-Beratungen laufen aber weiter. Alle Informationen dazu gibt es im Internet unter www.ehefamilieleben.de. Auch Neuanmeldungen nimmt die Beratungsstelle weiterhin über das Sekretariat entgegen.

Corona verändert Erreichbarkeit

Da persönliche Begenungen momentan stark eingeschränkt sind, machen die Münsteraner Kirchengemeinden auf ihre telefonische Erreichbarkeit aufmerksam. Feste Gesprächszeiten und Notfallhandys ergänzen die bisher bestehenden Möglichkeiten. Zudem hat die TelefonSeelsorge Münster ihr Beratungsangebot erhöht. Detailierte Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der jeweiligen Internetseite, in den Klammern sind zur groben Orientierung die dazugehörigen Stadtteile angegeben:

Die TelefonSeelsorge Münster erreichen Sie rund um die Uhr, anonym und kostenfrei unter den Telefonnummern 0800 1110 111 und 0800 111 0 222.

Gesprächsangebot der Studierendengemeinde

Manchmal möchte man einfach nur reden. Und viele herzliche Studierende wollen gern ihre Zeit verschenken und zuhören. Wenn Sie in deisen Zeiten jemanden zum Gespräch suchen, ob über Sorgen oder einfach nur so, melden Sie sich gern von montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr unter der E-Mail-Adresse seelsorge@kshg.de. Schreiben Sie einfach in Ihre E-Mail Ihre Telefonnummer und Ihren Namen und ein Student oder eine Studentin ruft Sie zurück, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Krisenkompass der TelefonSeelsorge ist da!

Digitale Suizidprävention der TelefonSeelsorge ab jetzt als App erhältlich.

Erleichtert und auch etwas stolz zeigte sich heute Rita Hülskemper, Leiterin der TelefonSeelsorge Münster und Mitinitiatorin der App: „Wir haben ein neues digitales Angebot zur Suizidprävention entwickelt und heute zum Download bereitgestellt.“ Diese App soll sich besonders an die Gruppe richten, die häufig suizidalen Krisen betroffen sind: Kinder und junge Menschen bis 29 Jahre. Diese sind mit 23% besonders zahlreich vertreten unter den rund 100.300 Personen, die sich im letzten Jahr deutschlandweit die TelefonSeelsorge mit suizidalen Gedanken kontaktiert haben. „Und da junge Menschen mit ihren Themen vor allem digital unterwegs sind, ist die App ein Angebot, das hoffentlich von vielen genutzt wird“, so Hülskemper weiter.

Die App richtet sich an drei Personenkreise, zum einen an diejenigen, die sich in einer suizidalen Krise befinden, zum anderen an Familie und Freunde, die jemanden unterstützen wollen. Und auch diejenigen, die einen Menschen durch Suizid verloren haben, werden durch das Angebot angesprochen. Die App bietet nicht nur Informationen zum Thema Suizid, sondern auch Erfahrungen aus der digitalen Therapie, wie etwa Stimmungsbarometer oder Achtsamkeitsübungen.

Die App steht ab sofort kostenlos im Download zur Verfügung:
– für iOS: https://ios.krisen-kompass.app/
– für ANDROID: https://android.krisen-kompass.app/