Bischof Genn weiht bei Chrisammesse die liturgischen Öle

Die Verbindung der Christen untereinander und ihren Auftrag in der Welt hat Münsters Bischof Dr. Felix Genn am 6. April in den Mittelpunkt der jährlichen Chrisammesse gestellt. Genn feierte die Messe im St.-Paulus-Dom Münster im Sinne der Eindämmung der Corona-Pandemie ohne Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Viele Gläubige feierten aber per Online-Live-Übertragung des Bistums Münster gedanklich mit.

Bei der Chrisammesse weiht zu Beginn der Karwoche der Bischof die liturgischen Öle für die Spendung der Sakramente. Außerdem erneuern im Rahmen der Chrisammesse für gewöhnlich Bistumspriester und Bischof ihr Weiheversprechen. Dies sowie die anschließende Begegnung des Bischofs mit den Priestern seines Bistum fielen in diesem Jahr aus.

Daran knüpfte der Bischof in seiner Predigt an, indem er sich auf den Gegensatz „ein leerer Dom und gefüllte Gefäße mit Ölen“ bezog. Jedoch: „Im Bewusstsein, dass Sie da sind, füllt sich für mich der Dom“, sagte er zu denjenigen, die die Live-Übertragung verfolgten.

Die vollen Gefäße, die biblischen Tagestexte und die vielen Mitfeiernden „bergen in sich eine Botschaft“, stellte er fest. Zur Spendung der Sakramente würden die geweihten Öle ins Bistum verbreitet werden, „um Menschen in ihrer christlichen Sendung sinnenhaft erleben zu lassen, wozu sie da sind und was ihnen geschenkt ist. Denn Gabe verbindet sich immer mit Aufgabe.“

Aus der Sendung heraus, die sich mit den Ölen verbinde, seien derzeit viele Menschen für andere da. Stellvertretend dankte Genn Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Engagierten aus Nachbarschaftshilfen sowie Seelsorgerinnen und Seelsorgern. „Wir spüren, dass etwas von diesem Chrisam überfließt auf Menschen, die nicht so sehr mit Glaube und Kirche in Verbindung stehen“, sagte er. Diese Wirkung brauche die Gesandten, die Getauften, die Gefirmten. 

In Anlehnung an ein päpstliches Schreiben sagte der Bischof, dass man in schwierigen Zeiten in Gefahr sei, vor Trauer die Dankbarkeit zu vergessen. Diese Dankbarkeit wolle er zum Ausdruck bringen und zugleich „die Freude, dass zwar der Dom leer ist, dass aber die Sendung gefällt ist durch viele, die weit über diesen Raum hinaus gehen.“ Mit ihnen allen wisse er sich verbunden, die Gott „zu Königen und Priestern gemacht“ habe. „So sind wir verbunden, wir gehören zum Münsteraner Chrisam“, sagte der Bischof, einen Sprachgebrauch seiner Trierischen Heimat aufgreifen, „lassen wir uns durch diesen Gottesdienst in Dankbarkeit stärken, die größer sein kann als alle Traurigkeit, weil der Herr uns gesalbt hat.“ 

Die Weihe der Öle nahm Genn umständehalber allein vor. Normalerweise hätten Dechanten und Definitoren aus verschiedenen Regionen des Bistums die Öle an den Altar gebracht und außerdem mit Genn die Messe zelebriert, um so die Verbundenheit des Bischofs mit den Priestern seines Bistums auszudrücken. Geweiht wurden das Katechumenen-Öl, mit dem Erwachsene gesalbt und so als Taufbewerber zugelassen werden, das Öl für die Krankensalbung sowie das Chrisam für Taufen, Firmungen, Priester- und Bischofsweihen.

Maria-Stiftung unterstützt bedürftige Studierende mit 100.000 Euro

Viele Studierende trifft die Corona-Krise schwer: Ihre Einnahmen durch Nebenjobs fallen weg, Anspruch auf Kurzarbeit haben sie in der Regel nicht. Mit der Verzweiflung vieler Studierenden wird in diesen Tagen auch die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) in Münster konfrontiert. „Uns erreichen täglich Anrufe von Studierenden, die sich akut in einer finanziellen Notlage befinden“, berichtet Anna Hürten, die als Sozialarbeiterin der KSHG deutsche und internationale Studierende in sozialen Notlagen berät. Jetzt kann die KSHG kurzfristig Abhilfe schaffen: Dank einer Zuweisung der Maria-Stiftung in Höhe von 100.000 Euro können Studierende schnell und unbürokratisch finanziell unterstützt werden.

Die 1892 errichtete Stiftung unterstützt das vom Caritasverband der Stadt Münster betriebene Altenzentrum „Maria-Hötte-Stift“ gegenüber dem Clemenshospital. Eine Nähe zur Zielgruppe der Studierenden gab es jedoch schon immer: Die Stiftung errichtete 1964 das Fürstin-von-Gallitzin-Wohnheim für Studentinnen in der Frauenstraße – derselben Straße, in der die KSHG heute ihren Sitz hat. 1991 übertrug die Maria-Stiftung das Wohnheim dem Bischöflichen Generalvikariat. Weil die Satzung bis heute außerdem die Unterstützung von bedürftigen Studierenden vorsieht, lässt die Stiftung der KSHG für diesen Zweck jährlich 15.000 Euro zukommen.

„Aufgrund der besonderen Umstände und der wachsenden Not unter den Studierenden haben wir uns entschieden, außerplanmäßig zusätzlich 100.000 Euro zur Verfügung zu stellen“, erklärt Christian Meyer vom Vorstand der Maria-Stiftung, der unter anderen auch Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp angehört. Die KSHG habe ein transparentes, unkompliziertes und faires Vergabeverfahren entwickelt, nicht benötigte Mittel würden an die Maria-Stiftung zurückgezahlt. „Es soll allerdings das letzte Mittel für eine finanzielle Hilfe sein“, formuliert Meyer eine Bedingung der Stiftung. Zunächst solle die staatliche Unterstützung ausgeschöpft werden. „Wenn jemand Anrecht auf Bafög hat, soll er Gebrauch davon machen.“

Die KSHG ist dankbar für die „ausgesprochen schnelle und großzügige Unterstützung der Maria-Stiftung. „Schon unter normalen Umständen werden die finanziellen Mittel der KSHG für diesen Zweck jedes Jahr restlos ausgeschöpft“, berichtet Anna Hürten. Situationen wie die aktuelle seien da nicht eingeplant. „Dank der finanziellen Unterstützung können wir weiterhin bedarfsorientiert beraten, ohne jemanden zurücklassen zu müssen“, sagt die Sozialarbeiterin.

Grundlegendes Kriterium für die KSHG ist Bedürftigkeit. „Wir kontrollieren keine Noten oder ähnliches“, versichert Anna Hürten. Mit allen Studierenden, die sich melden, wird ein Termin für eine telefonische Beratung vereinbart. Bis dahin müssen sie der KSHG bestimmte Unterlagen zukommen lassen: eine Kopie des Personal- und des Studierendenausweises, eine Aufstellung der monatlichen Kosten und die Kontoauszüge der vergangenen zwölf Wochen. „Mit dieser Einsicht überzeugen wir uns, dass Studierende nicht von mehreren Stellen gleichzeitig Unterstützung erhalten“, erklärt Anna Hürten. Liegt nach der Beratung der Beschluss für eine finanzielle Unterstützung vor, erhalten die Studierenden zwei Monatsraten in Höhe von jeweils 450 Euro, in Härtefällen von 650 Euro. 

Studierende, die sich in einer finanzieller Notlage befinden, können sich bei der KSHG Münster melden unter Telefon 0251 495 19 000 oder Mail an kshg@bistum-muenster.

Corona: Maßnahmen des Bistums Münster gelten vorerst bis 1. Mai

Da die Bundesregierung und die Länderregierungen erst in der Osterwoche das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus festlegen werden, hat das Bistum Münster derzeit geltende Maßnahmen vorerst bis zum 1. Mai verlängert. Dies hat Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp am 2. April in einer Mail an Mitarbeitende und Kirchengemeinden mitgeteilt. 

Konkret bedeutet dies unter anderem, dass bis dahin keine Gottesdienste und ähnliche Feiern stattfinden dürfen. Auch Erstkommunionfeiern, Firmungen, Taufen und Trauungen sowie sonstige Feste und Veranstaltungen sind zu verschieben. Bei Trauerfeiern, die im Freien stattfinden sollen, sind weiterhin nur höchstens 20 Personen zugelassen, unter Beachtung der nötigen Hygienevorschriften.

Beibehalten wird bis mindestens 1. Mai auch das tägliche Glockenläuten aller Kirchenglocken im Bistum um 19.30 Uhr als Zeichen einer bleibenden Gebetsgemeinschaft. Die Kirchen sollten darüber hinaus nach Möglichkeit weiter zum persönlichen Gebet geöffnet bleiben. Ebenso soll die Seelsorge – im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten – aufrecht erhalten werden. Über besondere Angebote in dieser Zeit informiert das Bistum Münster im Internet unter www.bistum-muenster.de/seelsorge_corona/ .

Winterkamp weist abschließend darauf hin, dass über den 1. Mai hinaus zurzeit keine Aussagen getroffen werden können. Dies betreffe beispielsweise im Sommer geplante Ferienmaßnahmen. Der Generalvikar bittet um Verständnis, dass angesichts der sich täglich ändernden Situation keine längerfristigen Aussagen möglich sind.

Damit aus der Corona-Krise keine Beziehungskrise wird

Zu zweit allein zu Hause, keine Freizeitunternehmungen mit Dritten, keine beruflichen Termine, vielleicht zusätzlich Existenzsorgen oder die Beschäftigung der mit „eingesperrten“ Kinder: Die wegen der Corona-Krise geltenden Einschränkungen können zur Belastungsprobe für Paare werden. Wie Paare gut durch diese Zeit kommen und vielleicht sogar gestärkt daraus hervorgehen können, dazu gibt Andrea Stachon-Groth als Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster Tipps. 

„Ein erster Impuls ist häufig, den Ärger, Frust, schlechte Laune ungefiltert beim Partner rauszulassen“, weiß sie. Auf diese Weise für die eigene Entlastung sorgen zu wollen, sei zwar verständlich, aber „für den Erhalt einer liebevollen, sich gegenseitig unterstützenden Beziehung“ wenig förderlich.

Stattdessen sei es sinnvoll und sorge für emotionale Nähe, über die eigenen Gefühle zu sprechen. Dabei sei aber das „Wie“ entscheidend.

So rät Stachon-Groth, Wünsche statt Vorwürfe zu formulieren. Aus einem „Schon wieder ist die Spülmaschine nicht eingeräumt“ solle besser ein „Ich wünsche mir von dir, dass du dein Geschirr in die Spülmaschine stellst“ werden. Außerdem empfiehlt sie, dem Partner das Gute und Gelingende widerzuspiegeln: „Danke, dass Du für uns Kaffee gekocht hast!“

Achtsamkeit für das Befinden des Partners sei ebenfalls wichtig. Wenn dieser etwa erschöpft aussehe, könne man fragen, ob man etwas für ihn tun könne. Umgekehrt solle man die eigenen Bedürfnisse benennen. „Sagen Sie konkret, was Sie sich von der Partnerin oder dem Partner wünschen, denn diese können Ihnen das nicht von der Stirn ablesen“, sagt Stachon-Groth.

In diesem Sinne dürfe man auch freundlich um Verständnis bitten, wenn man gerade Ruhe brauche und erst später reden wolle. Das sei besser als ein harsches „Lass mich in Ruhe!“

Letztlich sei es entscheidend, im Gespräch zu bleiben. Selbst, wenn man den ganzen Tag miteinander verbracht habe, könne man den Partner nach seinen aktuellen Gefühlen, kleinen und großen Erfolgen und Misserfolgen des Tages, Bedürfnissen und Sorgen fragen. „Bleiben Sie neugierig, offen und interessiert“, rät Andrea Stachon-Groth.

Und schließlich sei bei allem ein liebevoller Umgang miteinander wichtig, sowohl in Gesten als auch in Worten: „Eine Umarmung zwischendurch tut gut, und ein liebevoller Umgangston ist Balsam für die Seele, nicht nur für die des Partners, auch für die eigene, gerade in Stresszeiten“, weiß die Fachfrau.

Auf all das bewusst zu achten, lohnt sich aus ihrer Sicht momentan mehr denn je. Denn: „Eine unterstützende, emotional nahe Beziehung ist derzeit eine der wichtigsten Ressourcen, die wir pflegen und nähren sollten.“

Ökumenisches Osterläuten

Am Ostersonntag, 12. April, sollen in den evangelischen und katholischen Kirchen Nordrhein-Westfalens von 9.30 bis 9.45 Uhr die Glocken läuten. Dazu rufen die drei Landeskirchen und die fünf Bistümer im Bundesland ihre Gemeinden auf.

Das ökumenische Geläut soll gerade in Zeiten der Corona-Krise die österliche Freude über den Sieg des Lebens zum Ausdruck bringen. Nachdem keine regulären Gottesdienste möglich sind, ist dieses gemeinsame Zeichen am höchsten christlichen Fest umso wichtiger. Deshalb ergeht der Aufruf in der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Lippischen Landeskirche ebenso wie im Erzbistum Paderborn, im Erzbistum Köln und in den Bistümern Münster, Essen und Aachen. Insgesamt gehören dazu rund zwölf Millionen katholische und evangelische Christen.

Unterricht am Gymnasium St. Mauritz läuft über Bistumsplattform weiter

Die Konsistenz kann Judith Hölscher auf Grundlage des Fotos nicht endgültig beurteilen, Form und Farbe der Butter aber sagen der Lehrerin für Ernährungslehre am Gymnasium St. Mauritz in Münster zu. Obwohl die Türen des Bischöflichen Gymnasiums seit mehr als zwei Wochen verschlossen sind – der Unterricht geht weiter. Judith Hölscher, die außerdem noch Englisch und Biologie unterrichtet, lässt ihre Schülerinnen und Schüler dabei gerne experimentieren. Was liegt näher, als beim Thema Fette ihre Sechstklässler aufzufordern, selbst Butter herzustellen? „Das passt sogar gerade ganz gut, denn die Schulküche wird renoviert“, fügt sie lachend hinzu. Glücklicherweise klappt nicht nur der praktische Teil des Unterrichts so reibungslos. Bekannten Stoff wiederholen, Aufgaben stellen, Lösungswege überprüfen – wie alle 32 Bischöfliche Schulen arbeitet das Gymnasium St. Mauritz mit der Bistumsplattform „schulbistum“. 

In dem System hat jede Klasse ihren digitalen „Raum“, kommuniziert wird per Mail, Messenger oder Chat. Auch eine Konferenzfunktion ist seit kurzem verfügbar. Außerdem können Lehrende und Lernende Dateien bearbeiten und ablegen. Daneben besteht die Möglichkeit, Schultermine zu koordinieren sowie Geräte und Räume zu verwalten. Die Kolleginnen und Kollegen, die sich bisher mit der Bedienung des Programms schwer taten, wurden unmittelbar nach der Schließung des Schulbetriebs von Gregor Bernhart, dem stellvertretenden Schulleiter, und einem kleinen Kollegenteam geschult. Der Lehrer für Biologie und Sozialwissenschaften hat „schulbistum“ vor acht Jahren mitentwickelt. „Wir nutzen das System schon lange“, sagt Bernhart. „Der einzige Unterschied ist, dass jetzt gerade alle Lehrerinnen und Lehrer ihren Unterricht über die Plattform organisieren.“

Schon lange vor der Corona-Krise war das Bistum Münster als Schulträger visionär unterwegs. „Der Gedanke meiner Vorgänger war es, pädagogische Aktivitäten zu vernetzen – auch schulübergreifend –, das Lernen mit digitalen Medien zu fördern und teamorientiertes Arbeiten zu unterstützen“, erklärt Judith Henke-Imgrund aus der Abteilung Katholische Schulen im Bischöflichen Generalvikariat (BGV). Bereits 2012 ging die Lernplattform „schulbistum“ an den Start, seit 2013 wird sie von allen Bistumsschulen genutzt. „Wir waren in NRW meines Wissens der erste Träger, der eine solche Plattform flächendeckend für seine Schulen angeboten hat“, weiß die Fachfrau.

Judith Hölscher hat ihren Unterricht seit der Schulschließung als Wochenaufgabe bei „schulbistum“ angelegt. „Die Schüler haben genau eine Woche Zeit zur Bearbeitung, dann stelle ich die Musterlösungen online“, erklärt die Lehrerin. Ihr eigenes Material ergänzt sie um Audiodateien oder Lernvideos. Die Lösungen der Aufgaben laden ihre Schüler wieder hoch, Judith Hölscher überprüft die Ergebnisse. „Ich kann über die Plattform verfolgen, wer wann welche Aufgaben runterlädt, um sie zu bearbeiten“, erklärt sie. Passiere das lange nicht, hakt sie über den Chat nach. „Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, den Kontakt zu den Schülern zu halten“, sagt die Lehrerin.

Die Anforderungen und Bedürfnisse seien dabei unterschiedlich. So bräuchten ihre beiden Abiturkurse vor allem ein Gefühl von Sicherheit. „Wir klären beim regelmäßigen Videounterricht Fragen, die beim Lernen aufkommen, außerdem simulieren wir mündliche Abiturprüfungen“, beschreibt Judith Hölscher. Der digitale Unterricht für die Unterstufe habe dabei eher Projektcharakter. „Ich habe für meine Biologieklasse eine virtuelle Forscherbox mit einer Materialliste angelegt, so dass die Schülerinnen und Schüler selbst kleine Forscheraufträge ausführen können.“ Das Ergebnis wird der Lehrerin per Foto zugeschickt, wie das Bild von der Butter, das sie gerade begutachtet hat.

Nicht nur am Gymnasium St. Mauritz blieb das „Corona-Chaos“ aufgrund der etablierten Infrastruktur aus. „Aus unserer Sicht ist die Umstellung des Präsenzunterrichts zum Unterricht in digitaler Form an den Bischöflichen Schulen größtenteils reibungslos verlaufen“, berichtet Judith Henke-Imgrund. Genutzt wird die Plattform jetzt intensiver: „In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Datenmenge auf der Plattform nahezu verdoppelt“, beobachtet sie einen Trend. Verzögerung habe es anfangs einzig durch die technische Überlastung des Systems gegeben: „schulbistum“ wird von der Firma DigiOnline betrieben, die mehrere Schulplattformen verantwortet. Durch die „Spontandigitalisierung im Bildungsbereich“ gebe es mehr Nutzer, mehr Mails – der Internetprovider muss aufrüsten. „Aber auch das wird täglich besser“, freut sich Judith Henke-Imgrund.

Tröstliche Sonntagspredigt von Bischof Felix Genn

Über eine biblische Geschichte, die „viele Fragen aufwirft, aber auch Trost zu spenden vermag“, hat am 29. März Bischof Dr. Felix Genn gepredigt und daraus Tröstliches für die gegenwärtige Situation abgeleitet. Der Bischof äußerte sich während einer Heiligen Messe im St.-Paulus-Dom Münster. Dabei waren wegen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus keine Besucherinnen und Besucher anwesend. Die Messe wurde aber vom Bistum Münster online live übertragen.

Das Evangelium des Sonntags, den die Kirche als Passionssonntag begeht, schilderte die Auferweckung des jungen Lazarus von den Toten durch Jesus Christus. Die Erzählung passe in die aktuelle, von der Corona-Krise geprägt Situation: „Die Macht des Todes ist spürbar in der ganzen Welt, die Fesseln des Todes umringen auch uns“, sagte der Bischof und ergänzte: „Isolation ist auch einen Form des Todes und des Sterbens. Ein wenig spüren wir das, trotz allem, was wir vermögen und können.“

Bei der Frage, wie Trost in dieser Situation gelingen könne, verwies Genn auf die Schwestern des Lazarus. Deren Anfrage an Jesus „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre er nicht gestorben“ entspreche der Frage vieler Menschen, wo Gott im Hier und Heute sei. 

Das Evangelium stelle sich dieser Frage. Mit der Auferweckung des Lazarus wolle Jesus seine Botschaft von der Auferstehung unterstreichen, er wolle „zum Glauben wecken und sagen: Ja, ich bin da, und ich bin so da, dass ihr nicht auf Dauer im Tod bleibt.“ Jesus sei da, um die Fesseln des Todes zu lösen, das begingen Christen an Ostern.

Wie Lazarus‘ Schwestern frage Jesus alle Menschen, ob sie das glauben. „Sich darauf einzulassen ist die Herausforderung in dieser Stunde“, sagte der Bischof. Jesus habe die Macht des Todes mit göttlicher Kraft gebrochen, aber nicht, in dem er mit einem Fingerschnippen das Paradies geschaffen habe, sondern „indem er selbst in den Abgrund des Todes hineingeht.“

Dass Jesus selbst erschüttert sei, weil der Mensch dem Tod ausgesetzt ist, zeige den „Grund, aus dem Gott sich in diesem Menschen Jesus Christus für die Welt engagiert: weil er ergrimmt ist über die Macht des Todes und sie nicht mit einem Wunder ausräumen will, sondern indem er selbst hineingeht und so einen Raum eröffnet, aus dem man Hoffnung und Liebe und Glauben schöpfen kann.“ In dieser Botschaft liege ein Potenzial der Hoffnung: „Wir können erwarten, dass wir aus dieser Krise herauskommen, aber wir können auch hoffen, dass wir einmal aus allen Lebenskrisen herausfinden.“ Darin liege zugleich das Potenzial der Liebe, die etwa Ärzte und Pflegende als „Schützer des Lebens“ derzeit über ihre Kraft hinaus aufbrächten. Dieses Potenzial reiche weit über Grenzen von Kirche hinaus und wolle hinein in die Herzen vieler, weil alle spüren könnten, dass jetzt tiefste Menschlichkeit notwendig sei.

Bitte helfen Sie den Menschen im Heiligen Land!

Trotz oder gerade wegen des Coronavirus und seinen Folgen: Wir dürfen die Menschen im Heiligen Land nicht vergessen. Noch mehr als sonst sind sie seit einigen Wochen in ihrem Alltag eingeschränkt. Noch mehr als sonst macht sich Hoffnungslosigkeit breit. Ausgerechnet jetzt entfällt auch noch die Palmsonntagskollekte, durch die wir den Großteil unserer Projekte und eigenen Einrichtungen finanzieren. Bitte spenden Sie trotzdem! Diesmal per Überweisung statt in den Klingelbeutel.

Unsere Kontoverbindung lautet:
Deutscher Verein vom Heiligen Lande
IBAN: DE13 3706 0193 2020 2020 10
Pax-Bank
Stichwort: Spende zu Palmsonntag

Oder spenden Sie gleich hier online: Spendenportal

Unterstützen Sie Misereor

Keine Gottesdienste, keine Kollekten – diese derzeitige Situation, die aus den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus entstanden ist, wirkt sich auch auf die Arbeit der großen Hilfswerke dramatisch aus. So wäre dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor die Kollekte aus katholischen Gottesdiensten bundesweit am fünften Fastensonntag, 29. März, zugutegekommen. Da diese aber entfällt, bitten Misereor und die deutschen Bischöfe, die weltweite humanitäre Arbeit von Misereor auf anderen Wegen finanziell zu unterstützen.

Denn: Dem Hilfswerk, dessen Fastenaktion 2020 sich unter dem Leitwort „Gib Frieden!“ besonders für Syrien und seine Nachbarländer einsetzt, fehlen nicht nur die Einnahmen aus der Kollekte. Auch unzählige Veranstaltungen vor Ort, so wie Fastenessen, Soliläufe, Solibrotverkäufe, Coffee-Shops, Trommelreisen oder Begegnungen mit Gästen von Partnerorganisationen, müssen kurzfristig ausfallen.  

Umso dringender bittet Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von Misereor, die Bevölkerung „von Herzen, unsere Arbeit in Zeiten der Corona-Krise besonders zu unterstützen“. 

Bitte zeigen Sie Ihre Solidarität mit den Schwächsten.“ Viele Menschen erführen „in der aktuellen Krise die Hilfsbereitschaft ihrer Nachbarn, Freunde und Familie. Lassen Sie uns diese Erfahrung weitertragen in Regionen des globalen Südens, wo Menschen auf Unterstützung angewiesen sind, um ihr Überleben zu sichern und Zugang zu ausreichender Nahrung, Unterkunft, Gesundheit und Bildung zu erhalten, um der Hoffnung ein Gesicht zu geben.“ Das gelte nicht zuletzt für Flüchtlinge in Syrien und im Libanon, die im Mittelpunkt der aktuellen Misereor-Fastenaktion stehen. „Sie haben all das verloren, was ein Leben in Sicherheit und Würde ausmacht“, betont Spiegel, „auf deren Seite steht Misereor und benötigt dazu Ihre Hilfe. Sie kennen Bilder aus Syrien und Libanon. Unsere Partner bleiben an der Seite der Ver-letztlichen und teilen mit ihnen Ohnmacht.“

Möchten Sie die Misereor-Fastenaktion unterstützen?

Dann nutzen Sie gerne – auf Wunsch auch anonym –das Online-Portal des Bistums Münster bei der Darlehnskasse Münster (DKM): www.bistum-muenster.de/spendenportal

Dort gibt es auch Infos zu den geförderten Projekten und der Verwendung der Spenden. Spendenquittungen können ebenfalls beantragt werden. 

Spenden an Misereor sind außerdem direkt möglich:

IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10
(Pax-Bank Aachen)